Kultusminister Grant Hendrik Tonne zu Informatik als Pflichtfach

Tonne: "Gleichwohl gilt es aber zu betonen, dass es nicht um Digitalisierung sowie den Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien als Selbstzweck geht. Es geht darum, unseren Schülerinnen und Schülern einen reflektierten und kritischen Umgang mit digitalen Medien beizubringen und darum, den Mehrwert, den digitale Lernwerkzeuge insgesamt haben können, methodisch-didaktisch in alle Unterrichtsfächer einzubetten."
Tonne: "Gleichwohl gilt es aber zu betonen, dass es nicht um Digitalisierung sowie den Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien als Selbstzweck geht. Es geht darum, unseren Schülerinnen und Schülern einen reflektierten und kritischen Umgang mit digitalen Medien beizubringen und darum, den Mehrwert, den digitale Lernwerkzeuge insgesamt haben können, methodisch-didaktisch in alle Unterrichtsfächer einzubetten."

Kultusminister Grant Hendrik Tonne zu Informatik als Pflichtfach

Hannover 06.03.2019: Im Vorfeld der Jahreshauptversammlung der Niedersächsischen Direktorenvereinigung (NDV) äußert sich Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne zur Forderung des Verbandes, Informatik als Pflichtfach einzuführen:

“Wir arbeiten daran, das Fach Informatik nachhaltig zu stärken. Die Pläne, Informatik schrittweise als Pflichtfach einzuführen, befinden sich in der Prüfung. Diese Prüfung in Abstimmung mit Schulen, Seminaren, Universitäten und Verbänden ist komplex und zeitaufwändig. Das beutetet aber nicht, dass wir uns diesem Ziel verschließen, ganz im Gegenteil:

Wir setzen eine Kommission aus Expertinnen und Experten aus dem Kultusministerium mit Fachberaterinnen und Fachberatern, Vertreterinnen und Vertretern aus der fachdidaktischen Lehr- und Lernforschung ein, um hier einen guten Schritt weiter zu kommen. Denn es besteht kein Zweifel, dass wir trotz aller bereits ergriffenen Maßnahmen unsere Schülerinnen und Schüler noch besser auf den Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien vorbereiten müssen. Ich würde es sehr begrüßen, wenn sich die Direktorenvereinigung in dieses Vorhaben mit Sachverstand und guten Ideen einbringen würde.”

 

Eine Reihe von Schritten, die das Fach Informatik gestärkt haben, wurde bereits eingeleitet

Das Land Niedersachsen hat in den letzten Jahren die Entwicklung moderner Curricula für das Fach Informatik gefördert. Die Erstellung der Kerncurricula erfolgte unter Verknüpfung unterrichtspraktischer Erfahrungen, fachdidaktischer Forschungsergebnisse und fachwissenschaftlicher Expertise. 2014 wurde das Kerncurriculum für die Schulformen des Sekundarbereiches I in den Jahrgängen 5 – 10 implementiert.

Im Jahr 2017 konnte das Kerncurriculum für das Gymnasium – gymnasiale Oberstufe, die Gesamtschule – gymnasiale Oberstufe und das Kolleg veröffentlicht und implementiert werden.

Im Sekundarbereich I aller allgemein bildenden Schulen kann Informatik im Wahlpflichtunterricht angeboten werden. Der Wegfall der bisherigen Genehmigungspflicht stellt das Fach mit den anderen naturwissenschaftlichen Fächern im Wahlpflichtbereich gleich.

In der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe wird es Schülerinnen und Schülern außerdem ermöglicht, im mathematisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunkt Mathematik und Informatik als Schwerpunktfächer anzuwählen. Die Zahl der im Fach Informatik abgenommenen Abiturprüfungen steigt seitdem kontinuierlich an.

An sechs der niedersächsischen Studienseminare für das Lehramt an Gymnasien können bereits Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst im Fach Informatik ausgebildet werden. Für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen werden umgehend Möglichkeiten zur Ausbildung im Vorbereitungsdienst geschaffen, wenn die Anzahl der Absolventen aus den eingerichteten grundständigen Studiengängen an den Universitäten Hildesheim und Oldenburg gestiegen ist.

An den Beruflichen Gymnasien gibt es bereits das Pflichtfach Informationsverarbeitung, das sowohl in der Einführungs- als auch in der Qualifikationsphase als dreistündiges Fach der Stundentafel von allen Schülerinnen und Schülern zu belegen ist. Das Fach kann als 4. oder 5. Prüfungsfach auf grundlegendem Niveau angewählt werden.

Im Rahmen des durchlässigen berufsbildenden Schulsystems erhalten viele junge Menschen die Möglichkeit, bei erfolgreichem Besuch der Fachoberschule ein (Fach-) Hochschulstudium oder eine Berufsausbildung aufzunehmen.

Bereits vor Berufs- und Studienwahl und -beginn können die Schülerinnen und Schüler in der berufsbildenden Schule früh fachrichtungsbezogen den Weg in Richtung Informatik oder Technik mit dem Schwerpunkt Informationstechnik je nach Fachrichtung der Fachoberschule einschlagen und vielfältige unterrichtliche Erfahrungen im berufsfachlichen Kontext sammeln.

Tonne: “Gleichwohl gilt es aber zu betonen, dass es nicht um Digitalisierung sowie den Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien als Selbstzweck geht. Es geht darum, unseren Schülerinnen und Schülern einen reflektierten und kritischen Umgang mit digitalen Medien beizubringen und darum, den Mehrwert, den digitale Lernwerkzeuge insgesamt haben können, methodisch-didaktisch in alle Unterrichtsfächer einzubetten.”

Quelle: Presssemeldung Nds. Kultusministerium