Althusmann fordert Sanierungskonzept

Onderwijsgek, Germany Emlichheim Wintershall, CC BY-SA 2.5 NL
Onderwijsgek, Germany Emlichheim Wintershall, CC BY-SA 2.5 NL

Nach Austritt von großen Mengen Lagerstättenwasser: Ministerium ordnet Überprüfung aller Einpressbohrungen in Niedersachsen an

Nach Bekanntwerden der vorläufigen Schätzung der bei der Einpressbohrung Emlichheim 132 in den Untergrund gelangten Menge Lagerstättenwasser hat das Wirtschaftsministerium weitere Maßnahmen angeordnet.

Dazu gehört auch die kurzfristige Überprüfung aller Einpressbohrungen in Niedersachsen. „Die niedersächsischen Unternehmen der Erdöl- und Erdgasindustrie sind aufgefordert, bis zum 5. August Informationen zu ihren Anlagen zu liefern”, sagt der zuständige Referatsleiter im Wirtschaftsministerium und Koordinator „Lagerstättenwasser”, Norbert Conrad. Das Ministerium erwartet Rückmeldungen zu den verwendeten Werkstoffen für Bohrrohre, bisherigen und zukünftigen Überwachungsmaßnahmen der Erdöl- und Erdgasunternehmen sowie zu Maßnahmen zur Verhinderung von Korrosion in Einpressbohrungen.

In Niedersachsen gibt es insgesamt ca. 220 aktive Einpressbohrungen. Dem LBEG sind bislang keine weiteren Austritte von Lagerstättenwasser aus Einpressbohrungen bekannt.

Das ausgetretene salzhaltige Lagerstättenwasser hat nach Einschätzung des Betreibers der Bohranlage, Wintershall Dea, einen Grundwassereinleiter erreicht. Trinkwasser wird in diesem Gebiet nicht gefördert. Das Unternehmen hat am Montag mit einer Tiefbohrung begonnen.

Damit sollen unter anderem Informationen über die Lage der Süß-/Salzwassergrenze und die mögliche vertikale Ausbreitung des ausgetretenen Lagerstättenwassers gewonnen werden. Die Bohrung wird zu einer Grundwassermessstelle ausgebaut und soll später zur Sanierung des Schadens genutzt werden.

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann: „Sobald Klarheit über das Ausmaß des Schadens besteht, erwarten wir von Wintershall Dea die umgehende Vorlage eines Sanierungskonzepts. Das sollte Anfang Oktober vorliegen.”

Das LBEG hat gestern einen zentralen Ansprechpartner für den Vorfall an der Bohrung Emlichheim 132 benannt, der heute gemeinsam mit weiteren Vertreterinnen und Vertretern der Behörde in Emlichheim Fragen von Landkreis, Samtgemeinde und anderen Betroffenen beantwortet. Auf der Internetseite des LBEG sind seit heute „Fragen und Antworten” zu Emlichheim und dem Austritt des Lagerstättenwassers zur Information der Bürgerinnen und Bürger online: https://www.lbeg.niedersachsen.de/startseite/

Quelle: Pressemeldung Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung