Leitfaden zur Sicherheit auf der Baustelle

Leitfaden zur Sicherheit auf der Baustelle

Leitfaden zur Sicherheit auf der Baustelle

Das Baugewerbe ist in Deutschland ein großer und bedeutender Wirtschaftszweig. Auf Baustellen werden deutschlandweit Fahrzeuge, Materialien, Werkzeuge und Maschinen von hohem Wert gelagert und ständig genutzt. Alle diese Gegenstände haben einen Wiederverkaufswert, während Gegenstände wie Treibstoff einen Gegenwert haben, was Baustellen zu einem höchst profitablen Magneten für Kriminelle macht. Unternehmen wie Aquila Security sorgen in der Baustellenbewachung für umfassende Security. Dass diese dringend benötiget wird zeigen die Zahlen:

So verliert die Bauindustrie jedes Jahr Millionen von Euro durch Diebstahl, Vandalismus und vorsätzlich gelegte Feuer. Allein im Jahr 2018 gab es nach BKA-Statistik über 24.000 Diebstahlsdelikte auf überwiegend unbezogenen Neu- und Rohbauten, Baubuden und Baustellen.

Die Branche beschäftigt auch viele Arbeitskräfte, von denen viele durch beschädigte Geräte und Materialen auf Baustellen gefährdet werden können.

Die Bedrohungen

Kriminelle Aktivitäten, die durch unbefugtes Betreten einer Baustelle ausgelöst werden, stellen insgesamt mehrere Bedrohungen dar:

  • Für den Betrieb, einschließlich laufender Arbeiten und Zeitpläne, deren Unterbrechung jedes Jahr Millionen kostet.
  • Für Eigentum und Material – einschließlich Gebäuden und Nebengebäuden, im Bau befindlichen oder abzureißenden Bauwerken sowie Baumaterialien, Werkzeugen, Geräten, Anlagen, Treibstoff und geringfügigen Diebstählen von Eigentum und Vermögenswerten der Arbeiter.
  • Für das Leben, einschließlich unbefugter Personen, die Schäden verursachen, die das Potenzial haben, Menschen zu verletzen, zu verstümmeln oder zu töten, wie z.B. das Herausreißen von Einrichtungsgegenständen und das Zurücklassen von unsicheren Leitungen, sowie vorsätzliche Handlungen wie Brandstiftung, die nicht nur Eigentum, sondern auch Leben bedrohen.

Aufgrund der hohen Kosten für Treibstoff ist Treibstoffdiebstahl beispielsweise sehr beliebt: Er kann leicht wiederverwendet werden und spurlos verschwinden. Diebstahl und Beschädigung auf Baustellen kann den Betrieb, Eigentum und Leben bedrohen:

  • Betriebskosten – nur wenige Anlagenfahrzeuge oder Generatoren können ohne Treibstoff funktionieren. Die Verzögerungen, die durch das Fehlen und die Notwendigkeit des Auftankens verursacht werden, wirken sich auf den Zeitplan aus, was die Einhaltung von Terminen insgesamt beeinträchtigen kann.
  • Sachkosten – teure Anlagen können bei einem Diebstahl beschädigt werden.
  • Menschenleben – Treibstoff, der bei einem Diebstahl verschüttet wird, ist keine Seltenheit und stellt eine Brandgefahr dar, die auch lebensbedrohend sein kann.

 

Verlust und Haftung

Neben den Gefahren für den Betrieb, das Eigentum und das Leben droht den Eigentümern oder Managern von Anlagen, die sich über unzureichend gesicherte Anlagen Zugang verschafft haben, auch eine Haftung für weitere Verluste und Schäden. Wenn beispielsweise Anlagen und schwere, leistungsstarke Fahrzeuge gestohlen werden, um sich Zugang zu anderen Gebäuden zu verschaffen oder diese zu zerstören, wie z.B. bei einem Rammangriff auf ein Einzelhandelsgeschäft, oder um sich Zugang zu einem hoch gelegenen Gebäude zu verschaffen, kann diese Folgeaktion des Diebstahls sowohl in Bezug auf den Verlust des Standorts als auch in Bezug auf die Haftung für andere Schäden/Verluste, die außerhalb des Standorts auftreten, kostspielig sein.

In ähnlicher Weise können Bauunternehmen für Unfälle haftbar gemacht werden, an denen Unbefugte beteiligt sind oder die auf eine Beeinträchtigung der allgemeinen Sicherheit durch Unbefugte zurückzuführen sind. Dies ist häufig der Fall, wenn die Baustellen unzureichend gegen unbefugtes Betreten und Vandalismus gesichert sind. Baustellen sind besonders anfällig für Vandalismus als Teil eines allgemeinen antisozialen Verhaltens gegen Bauarbeiten in der Umgebung.

Herausforderungen auf der Baustelle

Baustellen sind eine besondere Herausforderung für die Sicherheit:

  • Hochbetrieb auf der Baustelle bedeutet ständige Bewegung. Da sich die Arbeiter auf ihre eigenen Bereiche und Aufgaben konzentrieren, kann die Baustelle anfällig für Gelegenheitsdiebe sein, die einfach unbehelligt hineinspazieren, um sich selbst zu bedienen. Andere schauen sich auch erst einmal vorab auf der Baustelle nach Vermögenswerten um und überprüfen, ob ein Sicherheitsdienst vor Ort anwesend ist, um später für eine organisierte Diebstahlstour zurückzukehren.
  • Oftmals werden verschiedene Zugänge benötigt, für Fahrzeuge, Baustellenarbeiter und autorisierte Besucher, wie Führungskräfte und die Bauaufsicht. Die Zugangspunkte und -vorkehrungen können sich im Laufe der Arbeiten ständig ändern und können besonders anfällig sein, wenn die Arbeitsphasen fortschreiten.
  • Der Transport und die Lagerung von Fahrzeugen, die vorübergehend auf der Baustelle verbleiben müssen, kann eine Herausforderung darstellen, wenn es darum geht, diese auf kosteneffektive Weise zu sichern.

Sicherheit ist das A und O

Jede Baustelle ist anders, sowohl was den Standort, die Umweltfaktoren als auch die Bedürfnisse betrifft, aber um Sicherheit zu erreichen, gibt es gemeinsame Faktoren für die grundlegende Sicherheit:

  • Eine gründliche Risikoanalyse ist für die Baustelle unerlässlich und sollte die physische Sicherheit, die betriebliche Sicherheit und Veränderungen in jeder Arbeitsphase berücksichtigen.
  • Es sollten Protokolle erstellt werden, um die in der Risikoanalyse ermittelten Risiken zu verringern.
  • Die Beschränkung des Zugangs, sowohl für Fahrzeuge als auch für Besucher zu Fuß, ist von entscheidender Bedeutung, um die Möglichkeit des unbefugten Zugangs zu verringern. Die Anzahl der Fahrzeuge und Personen sollte begrenzt werden, und es sollten nur autorisierte Fahrzeuge und Personen anwesend sein – niemand, auch keine Bauarbeiter, sollte das Gelände durch einen offenen Eingang betreten können.
  • Die Gefährdung von Fahrzeugen sollte mit Maßnahmen wie Schlüsselprotokollen angegangen werden, so dass Anlagen, die vorübergehend nicht in Betrieb sind, nicht unbeaufsichtigt gelassen werden, wenn die Schlüssel im Zündschloss stecken. Alle Schlüssel sollten mit einer Unterschrift versehen werden, und Fahrzeuge, die nicht in Gebrauch sind, sollten auf einem separaten Parkplatz oder in einer Garage auf dem Gelände abgeschlossen werden. Alle Fahrzeuge sollten mit einer Wegfahrsperre und einem Ortungssystem ausgestattet sein.