IHK: „Osnabrück braucht weiter Wachstum“

IHK: „Osnabrück braucht weiter Wachstum“
Tauschten sich beim IHK-Mittagsgespräch aus (v.r.): IHK-Präsident Uwe Goebel, Oberbürgermeisterin Katharina Pötter und IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf / Bild: IHK

IHK: „Osnabrück braucht weiter Wachstum“

„Osnabrück braucht weiter Wachstum. Wir sind eine weltoffene Stadt. Fachkräfte, die nach Ausbildung oder Studium bei uns bleiben wollen oder von außen zu uns kommen, müssen auch in der Stadt Wohnraum finden können“, sagte IHK-Präsident Uwe Goebel jetzt beim IHK-Mittagsgespräch in Osnabrück, bei dem Katharina Pötter, Oberbürgermeisterin der Stadt Osnabrück, einen Erfahrungsbericht über ihr erstes halbes Jahr im Amt gab.

Nach Auffassung von Goebel brauche es jetzt noch stärker den politischen Willen, insbesondere junge Menschen in Osnabrück zu halten. Denn viele Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungsbranchen suchten dringend qualifizierte Fachkräfte.

Pötter machte deutlich, dass Fachkräftesicherung und Bevölkerungsentwicklung auch für sie wichtige Anliegen seien. Sie verwies dabei auf eine aktuelle IHK-Analyse, nach der bislang nur ein Drittel der Hochschulabsolventen in der Region gehalten werden kann. „Diese Studie kam zum richtigen Zeitpunkt. Sie hat gezeigt, dass wir uns noch mehr bemühen müssen, diese Absolventen für unsere Stadt zu gewinnen. Aus diesem Grund arbeiten wir gerade unter Leitung der Marketing Osnabrück (m. O.) an der Entwicklung und Etablierung einer Marke für Osnabrück“, so Pötter. Diese solle für alle deutlich machen, wofür Osnabrück eigentlich steht. Eine Untersuchung habe gezeigt, dass die Stadt für ganz viele noch ein quasi „weißes Blatt Papier“ sei.

Gleichzeitig machte Pötter deutlich, dass die Schaffung von Wohnraum für sie eine politische Priorität sei. „Osnabrück braucht ganz klar mehr Wohnraum. Aktuelle Projekte wie etwa die Johannishöfe am Neumarkt, die Entwicklung in der Möserstraße und insbesondere das Lok-Viertel dienen diesem wichtigen Ziel“, betonte Pötter. So könne allein das Lok-Viertel in den nächsten Jahren bis zu 9.000 Menschen ein neues Zuhause bieten. Die Ansiedlung von Forschungseinrichtungen dort bereichere zudem den Hochschulstandort. „Damit entstehen auch neue Möglichkeiten, hochqualifiziertes Fachpersonal für die Region zu gewinnen“, so Pötter.

Aber nicht nur beim Wohnraum, sondern auch bei Gewerbeflächen sieht die Oberbürgermeisterin Handlungsbedarf. „Die Abwanderung jedes einzelnen Unternehmens ist ein Alarmsignal“, so Pötter. Die Stadt arbeite bereits daran, mit neuen Flächen wie dem Limberg-Areal das Angebot zu erhöhen. Allerdings seien die verfügbaren Potenziale in der Stadt begrenzt. „Deshalb wollen und werden wir künftig auch noch stärker mit den Umlandgemeinden kooperieren, etwa bei der Ausweisung interkommunaler Gewerbegebiete“, machte sie deutlich.
Anders als noch im Wahlkampf gedacht, befindet sich die Stadt allerdings weiterhin im Krisenmodus. So werde das Tagesgeschäft zur Zeit stark durch die Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine bestimmt. „Millionen Menschen sind auf der Flucht, wir als die Kommunen sind hier gemeinsam in der Verantwortung“, so Pötter. Seit Kriegsbeginn habe die Stadt schon über 1.500 ukrainische Flüchtlinge, überwiegend Frauen, Kinder und Ältere, aufgenommen. „Das sind allein in diesen acht Wochen schon mehr als die Hälfte der Flüchtlinge, die seit 2015 insgesamt aus Syrien zu uns kamen“, erklärt die Oberbürgermeisterin. Ohne das vielfältige Engagement der Bürgerinnen und Bürger aus Osnabrück sei diese Herausforderung nicht zu leisten gewesen. Allein 460 Freiwillige unterstützten hier die Stadt.

„Die Stadt Osnabrück und unsere IHK haben zahlreiche gemeinsame Ziele, von der Überwindung der Corona-Pandemie bis hin zur zukunftsfesten Aufstellung des Wirtschaftsstandortes und zur Bewältigung des Klimawandels“, erklärte abschließend IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf. Durch gemeinsame Projekte werden man in den nächsten Jahren daran arbeiten, diese Ziele auch zu erreichen. Als Beispiel dafür nannte er eine gemeinsame Stiftungsprofessur an der Universität Osnabrück im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Diese würde einerseits dazu dienen, hochqualifizierte Wissenschaftler nach Osnabrück zu locken. Andererseits habe die regionale Wirtschaft auf diese Weise echte Fühlungsvorteile in die Wissenschaft hinein.

Quelle Pressemeldung von  Industrie- und Handelskammer Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim