Getreide- und Rapsernte 2025 in Niedersachsen: Drahtseilakt zwischen Hitze und Regen

Getreide- und Rapsernte 2025 in Niedersachsen: Drahtseilakt zwischen Hitze und Regen

Laut den vorläufigen Ergebnissen des Landesamts für Statistik Niedersachsen (LSN) werden im Jahr 2025 voraussichtlich rund 5,8 Millionen Tonnen Getreide (ohne Körnermais) in Niedersachsen geerntet. Damit liegt die niedersächsische Getreideernte in diesem Jahr um 34,4% über dem Vorjahresniveau und um 8,4% über dem sechsjährigen Durchschnitt von 2019-2024. Die Erntearbeiten bei Getreide und Raps sind inzwischen abgeschlossen, trotz der dreiwöchigen Verzögerung aufgrund anhaltender Niederschläge.

Der Hauptgrund für die überdurchschnittliche Ernteprognose ist die gestiegene Anbaufläche für Wintergetreide auf rund 759.000 Hektar in Niedersachsen – ein Plus von 12,5% gegenüber dem Vorjahr (674.400 ha). Nach einem Rückgang im Jahr 2024 aufgrund widriger Witterungsverhältnisse stieg der Anbau der Winterkulturen 2025 dank günstigen Aussaatbedingungen im Herbst 2024 und der trockenen Witterung in der ersten Jahreshälfte 2025 auf das langjährige Niveau an.

Der Einfluss der anhaltenden Trockenheit in der Hauptvegetationsphase und der langen Regenphase zur Ernte wirkte sich regional sehr unterschiedlich auf den Ertrag aus, aber weniger negativ als anfangs angenommen.

Voraussichtlich werden in Niedersachsen 55,7% der gesamten Getreideernte ohne Körnermais mit rund 3,2 Millionen Tonnen auf den Winterweizen entfallen – ein Plus von 65,8% gegenüber dem schwachen Vorjahr mit 1,9 Millionen Tonnen. Es wird mit einem durchschnittlichen Winterweizenertrag von 84,8 dt/ha gerechnet; damit wird das Ertragsniveau von 2024 (69,2 dt/ha) um 22,6% und der sechsjährige Durchschnitt (79,1 dt/ha) um 7,2% übertroffen.

Der Anteil der Wintergerste an der gesamten Getreideernte liegt mit rund 1,2 Millionen Tonnen bei etwa 20%. Gegenüber der Vorjahreserntemenge von 1,0 Million Tonnen ergibt sich daraus ein Zuwachs von 13,8%. Die Ertragsprognose von 77,1 dt/ha übertrifft das Ergebnis des Vorjahres um 13,5% (67,9 dt/ha) und das sechsjährige Mittel um 7,3% (71,8 dt/ha).

Beim Winterraps wird eine niedersächsische Erntemenge von 394.000 Tonnen erwartet, was einer Zunahme von 29,2% gegenüber dem schwachen Vorjahr (305.000 Tonnen) entspricht. Ausschlaggebend dafür ist in diesem Jahr der höhere Durchschnittsertrag von 40,3 dt/ha. Das entspricht einem Plus von 26,5% gegenüber 2024 (31,9 dt/ha) und 11,6% gegenüber dem Mittel der letzten sechs Jahre (36,1 dt/ha). Der Flächenzuwachs von 2,2% gegenüber dem Vorjahr spielt nur eine untergeordnete Rolle.

Die Ernteprognose für die Sommerungen ist durch die Reduzierung der Anbauflächen zugunsten der ertragsstärkeren Winterungen geprägt. Der Sommerweizen verlor 61,5% der Anbaufläche. In der Kombination mit einem geringeren Durchschnittsertrag von 53,0 dt/ha bedeutet das eine um 65,4% geringere Erntemenge gegenüber dem Vorjahr mit dem Ertrag von 58,8 dt/ha. Bei der Sommergerste ist ein Minus von 34,8% bei der Erntemenge ausschließlich auf den Flächenrückgang von 37,8% zurückzuführen. Denn der Ertrag von 56,2 dt/ha überraschte positiv und liegt 4,8% über dem Wert des Vorjahres (53,6 dt/ha) bzw. 7,3% über dem Durchschnitt der Jahre 2019-2024 (52,3 dt/ha).

Die Anbaufläche beim Hafer stieg dagegen auf 16.500 ha an – das höchste Niveau seit 16 Jahren. Das ist ein Flächenzuwachs von 8,4% gegenüber dem Vorjahr und 25% gegenüber dem sechsjährigen Mittelwert. In Verbindung mit einem Durchschnittsertrag von 48,3 dt/ha ergibt sich daraus ein Plus bei der Erntemenge von 4,8% gegenüber dem Vorjahr und 27,7% mehr als im Schnitt 2019-2024.

Zur Qualität können zurzeit keine eindeutigen Aussagen getroffen werden. Klar ist, dass die Hektolitergewichte weitgehend überzeugt haben, die Proteingehalte je nach Sorte, Region und Anbaubedingungen sehr schwanken und die Fallzahlen der späteren Partien unter dem Dauerregen gelitten haben.

Pressemeldung von  LSN