Am Bremer GESTRA-Standort hat sich hoher Besuch angekündigt. Maurizio Preziosa, Managing Director im Spirax-Konzern für Steam Thermal Solutions wird den Bremer Standort am kommenden Mittwoch, den 28.01.2026 besuchen. Es heißt, er habe ausdrücklich darum gebeten, mit der Belegschaft zu sprechen. Es findet daher um 11.00 Uhr eine Mitarbeiterversammlung statt.
Bereits letztes Jahr in der heißen Phase des Konfliktes um den Erhalt der Bremer Produktion hatte Maurizio Preziosa in einem Vier-Augen-Gespräch mit Ute Buggeln, Geschäftsführerin IG Metall Bremen, maßgeblich zur Beilegung des Konflikts beigetragen. Nun wird mit Spannung erwartet, wie Maurizio Preziosa über das Zukunftskonzept und die Zukunftsaussichten in Bremen sprechen und was seine Anforderungen an die Beschäftigten sein werden.
Dass er zur Umsetzung des Zukunftskonzepts steht, hat er letzte Woche bekräftigt. Denn trotz aktiver Vorbereitungen blieb der Zukunftstarifvertrag bisher von der Bremer Geschäftsführung ohne Unterschrift. Grund dafür waren zuletzt aufgetretenen technischen Probleme in der Umsetzung des neuen Maschinenkonzepts. Mögliche Alternativlösungen mussten auf ihre Umsetzbarkeit geprüft, bewertet und mit der Konzernspitze erneut besprochen und abgestimmt werden.
Derweilen stieg in der Belegschaft die Nervosität und Sorge, dass das Zukunftskonzept infrage stehen könnte. Aufgrund der sich zuspitzenden Situation trafen sich letzte Woche IG Metall, Betriebsrat und Arbeitgeberseite zur Lagebesprechung. Es galt, nicht wieder in den Konfliktmodus zu kommen, sondern die Fakten zu bewerten und gemeinsame Vorgehensweisen miteinander abzustimmen. Vor allem wurde bei den Konzernvertretern um Unterstützung für die Weiterarbeit am Zukunftskonzept geworben. Es bedurfte weiterer Gespräche bis schließlich aus England von Maurizio Preziosa persönlich das erhoffte „Go“ kam.
Die Belegschaft wurde am Donnerstagmittag umgehend informiert, die Verträge anschließend unterschrieben – jetzt ist der Weg frei für eine gemeinsame Umsetzung in die Zukunft.
Ute Buggeln, Geschäftsführerin IG Metall Bremen: „Dass die Verträge letzte Woche noch nicht unterschrieben waren, musste geheilt werden. Niemand von uns hat ein Interesse an einem weiteren Konflikt. Vielmehr geht es darum, Probleme gemeinsam zu beseitigen und die Umsetzung des Zukunftskonzept entsprechend anzupassen. Dafür braucht es aber die unterschriebenen Verträge, denn sie bilden die Grundlage gemeinsamer Arbeit und gemeinsamer Zukunft.“
Anja Hemmer, stellv. Betriebsratsvorsitzende: „Wir haben zusammen mit der IG Metall für unseren Betrieb hart gekämpft und nun tun wir alles, um das Zukunftskonzept umzusetzen. Dafür ist wichtig, dass die Arbeitgeberseite zu dem Konzept steht. Dieses Zeichen haben wir vom Konzern bekommen und es freut uns sehr, dass Maurizio Preziosa persönlich nach Bremen kommt, um sich ein eigenes Bild zu machen.“
Friedhelm Lefting, Vorstandsvorsitzender Gestra AG Bremen: „Mir liegt die Zukunft von Gestra sehr am Herzen. Ich arbeite fast 25 Jahren in diesem Betrieb und bin über die konstruktive Lösung, die für diesen Standort gefunden wurde, sehr erleichtert. Daher freut es mich, dass ich als eine meiner letzten Amtshandlungen den Zukunftstarifvertrag unterschreiben kann.“
Zum aktuellen Stand:
Nach 7-monatiger Auseinandersetzung um den Erhalt der Produktion am Bremer Standort einigten sich im November 2025 IG Metall, Betriebsrat und Arbeitgeber auf ein Zukunftskonzept. Grundlage dafür ist ein Zukunftstarifvertrag, der den Erhalt der Produktion unter anderem auf der Grundlage eines neuen Maschinenparks, effizienter Produktionsformate und der Beteiligung und Mitsprache der Belegschaft bei der Umsetzung und Gestaltung vorsieht.
Seit dieser Einigung wird an der Realisierung des Konzepts aktiv gearbeitet. In Arbeitsgruppen werden die Voraussetzungen unter direkter Einbeziehung des Know Hows der Kolleginnen und Kollegen geschaffen. Parallel dazu arbeitet die Belegschaft auf Hochtouren. Mit Mehrarbeit werden Rückstände ab- und Materialpuffer aufgebaut. Der nächste Schritt sieht vor, alte Maschinen zu entsorgen, um das neue Maschinenkonzept aufbauen zu können. Eine logistische Höchstleistung, die genau geplant, abgestimmt und umgesetzt werden muss.
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