Tourismusstrategie muss unternehmerische Freiheit fördern

Tourismusstrategie muss unternehmerische Freiheit fördern IHK-Fachausschuss Tourismus tagt im NINO Hochbau
Die Mitglieder des IHK-Fachausschusses mit dem Vorsitzenden Wolfgang Hackmann (Mitte), Geschäftsführer der Hackmann Hotels GmbH & Co. KG, bei der Sitzung des IHK-Fachausschusses Tourismus im NINO-Hochbau. (Bildquelle: Helmut Kramer/IHK).

„Die geplante Tourismusstrategie muss für die Betriebe mehr unternehmerische Freiheiten schaffen und Kontroll- und Dokumentationspflichten in unserer Branche reduzieren“, forderte Wolfgang Hackmann, Ausschussvorsitzender und Geschäftsführer der Hackmann Hotels GmbH & Co. KG, in der Sitzung des IHK-Fachausschusses Tourismus im NINO-Hochbau in Nordhorn. „Neue Belastungen, wie Beherbergungssteuer oder Verpackungssteuer bremsen unsere Unternehmen aus. Es findet eine aufwändige fiskalische Umverteilung statt, wenn einerseits Tourismus gefördert, anderseits neue Einnahmen geschaffen werden. Unternehmen mehr Spielraum zu lassen, führt dagegen zu mehr Investitionen und positiver Standortentwicklung im Tourismus“, so Hackmann weiter.

May-Britt Pürschel, stellvertretende Leiterin der Abteilung Mittelstand und Tourismus beim Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, stellte den laufenden Strategieprozess und die Kernthemen der Tourismusstrategie vor. „Wir wollen mit den Akteuren der Branche ein gemeinsames Verständnis für Niedersachsens Tourismuswirtschaft entwickeln und den Grundstein für eine „Allianz für den Tourismus“ legen“, erklärte Pürschel.

Kritisch diskutierten die Unternehmer die Tourismusförderung und -finanzierung. Das bisherige Fördermanagement sei intransparent, insbesondere wegen des Ungleichgewichts bei der Förderfähigkeit einzelner Regionen. Das Land kündigte an, Finanzierung und Förderung künftig transparenter zu gestalten. „Das Land darf über die Tourismusstrategie für Kommunen keine Anreize für zusätzliche unternehmensbezogene Belastungen schaffen“, fasste Friedhelm-Wilhelm Freiherr von Landsberg-Velen die Diskussion zusammen.

„Wichtig für unsere Wirtschaft ist vor allem unternehmerische Freiheit und Spielraum für bewährte Geschäftsmodelle und neue Ideen. Zu viele Steuern und Abgaben sowie Dokumentationspflichten sind unnötige bürokratische Hürden – das ist ein sehr schlechtes Signal der Landesregierung in konjunkturell herausfordernden Zeiten. Gerade jetzt braucht es Erleichterungen auf allen Ebenen“, ergänzte Anke Schweda, IHK-Geschäftsbereichsleiterin Standortentwicklung, Innovation und Energie.

Weitere Themen der Sitzung waren die touristische und wirtschaftliche Entwicklung der Grafschaft Bentheim und im Besonderen der Stadt Nordhorn. Mit mehr als 880.000 Übernachtungen verzeichnete die Grafschaft Bentheim 2024 das dritte Wachstumsjahr in Folge und die Stadt Nordhorn zählte 2024 erstmals über 100.000 Übernachtungen. Die Bruttowertschöpfung aus dem Tourismus lag 2024 bei mehr als 420 Millionen Euro. Dank der konsequenten strategischen Ausrichtung auf Qualität, Nachhaltigkeit und Digitalisierung und mutiger Entscheidungen für eine zielgerichtete Stadtentwicklung wird die Region bei Gästen immer beliebter. Mit den Projekten „Innenstadt am Wasser“ und seinem Herzstück, dem Innenstadthafen, sowie dem Tierparkhafen schärft die Stadt Nordhorn ihr Profil als Wasserstadt weiter und schafft ein starkes Fundament für nachhaltigen und naturnahen Tourismus in der gesamten Region.

Im Anschluss an die Sitzung besichtigten die Mitglieder das im Januar 2026 eröffnete Hotel KONNEX INN, direkt neben dem Nordhorner Bahnhof. Das Haus ist das neunte Haus der Hackmann Hotels GmbH und Co. KG.

Der aus ehrenamtlich tätigen Unternehmerinnen und Unternehmern bestehende IHK-Fachausschuss Tourismus trifft sich dreimal jährlich. Zu den Sitzungen werden regelmäßig Experten aus der Tourismusbranche, Politik oder Wissenschaft eingeladen.

Pressemeldung von  Industrie- und Handelskammer Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim

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