Produktionsbetriebe müssen Prozesse heutzutage so effizient wie möglich gestalten und zudem auch noch höhere Anforderungen an Arbeitsschutz und Energieverbrauch erfüllen. Deshalb rücken neben Maschinen und Software vor allem auch immer mehr die innerbetrieblichen Transportwege in den Fokus. Lange Laufwege, manuelle Hebevorgänge und unübersichtliche Arbeitsbereiche kosten unnötig viel Zeit und belasten die Mitarbeiter.
Wenn Transportwege die Produktion ausbremsen
Man würde vermuten, dass Verzögerungen in Werkhallen in den meisten Fällen durch technische Probleme entstehen. Es sind aber eher die täglichen Abläufe, die unnötig Zeit kosten. Bauteile werden beispielsweise mehrfach umgelagert, Werkzeuge liegen nicht am vorgesehenen Platz und Materialien müssen von mehreren Personen bewegt werden. Vor allem bei schweren Komponenten wird schnell deutlich, wie stark sich ineffiziente Wege auf den Arbeitsalltag auswirken. Mitarbeitende verbringen einen großen Teil ihrer Arbeitszeit mit Transportaufgaben statt mit wertschöpfenden Tätigkeiten, auf die es eigentlich ankommt. Hier nun ein paar typische Schwachstellen, die in bestehenden Hallenkonzepten keine Seltenheit sind:
-
zu enge Bewegungsflächen
-
manuelle Hebevorgänge über längere Zeiträume
-
unübersichtliche Lagerzonen
-
fehlende Übergabepunkte zwischen Arbeitsstationen
-
unnötige Transportwege innerhalb der Produktion
Probleme dieser Art entstehen Schritt für Schritt über Jahre hinweg und im Tagesgeschäft fallen sie meist kaum oder gar nicht auf.
Wie sich Ergonomie zum wirtschaftlichen Faktor entwickelt
Lange galt Ergonomie vor allem als Thema des Arbeitsschutzes. Mittlerweile betrachten viele Unternehmen den Bereich deutlich umfassender. Körperliche Belastungen führen nicht nur zu gesundheitlichen Problemen. Auch Ausfallzeiten, sinkende Konzentration und geringere Arbeitsgeschwindigkeit wirken sich auf betriebliche Kennzahlen aus. Vor allem Tätigkeiten mit wiederkehrenden Hebe- und Bewegungsabläufen stehen im Fokus. Wenn Bauteile regelmäßig von Hand bewegt werden müssen, steigt das Risiko für Rücken- und Gelenkprobleme zunächst stark an. Die moderne Produktionsplanung berücksichtigt deshalb immer mehr die ergonomischen Aspekte, unter anderem auch bei der Hallenplanung. Arbeitsplätze werden so angeordnet, dass Bewegungsabläufe kürzer und sicherer ausfallen, und Hebetechnik wird gezielt integriert, um körperliche Belastungen zu verringern.
Flexible Systeme in der Fertigung werden immer wichtiger
Viele mittelständische Betriebe produzieren heutzutage deutlich variabler als noch vor einigen Jahren. Kleinere Stückzahlen und individuelle Kundenanforderungen verändern die Anforderungen an Produktionsflächen. Starre Anlagen stoßen dabei schnell an ihre Grenzen. Unternehmen setzen deshalb immer öfter auf modulare Lösungen, die sich ganz einfach an veränderte Prozesse anpassen lassen. Das betrifft auch Transport- und Hebetechnik innerhalb der Halle, nicht nur Regalsysteme oder Maschinenanordnungen. Vor allem in Montagebereichen kommen immer häufiger flexible Leichtkransysteme zum Einsatz, um Bauteile ergonomischer hin und her bewegen zu können. Solche Systeme werden heutzutage nicht mehr nur in Großbetrieben genutzt. Auch kleinere Produktionsunternehmen integrieren solche Lösungen in ihre Hallenkonzepte.
Wie sich der Fachkräftemangel auf die Arbeitsplätze auswirkt
Viele Industrieunternehmen stehen vor einer zusätzlichen Herausforderung: Geeignete Fachkräfte sind in vielen Regionen nur schwer zu finden. Arbeitsbedingungen gewinnen dadurch immer mehr an Bedeutung. Betriebe investieren zunehmend in moderne Arbeitsumgebungen, um körperlich belastende Tätigkeiten zu reduzieren. Das betrifft vor allem Bereiche mit einem hohen manuellen Aufwand. Ergonomische Arbeitsplätze wirken sich nicht nur auf die Gesundheit aus. Auch die Attraktivität als Arbeitgeber verändert sich dadurch spürbar. Vor allem jüngere Fachkräfte achten heute stärker auf:
-
sichere Arbeitsbedingungen
-
technisch moderne Arbeitsplätze
-
nachvollziehbare Prozessstrukturen
-
körperlich entlastende Arbeitsabläufe
-
eine klare Organisation innerhalb der Produktion
Produktionsprozesse ganzheitlich betrachten
Viele Unternehmen analysieren ihre Abläufe mittlerweile deutlich detaillierter als noch vor ein paar Jahren. Dabei zeigt sich, dass selbst kleinere Optimierungen große Auswirkungen haben können. Wenn Transportwege verkürzt oder Hebevorgänge vereinfacht werden, verbessert sich meist der gesamte Produktionsfluss. Vor allem im Mittelstand entsteht so ein gewisses Umdenken. Nicht nur große Investitionen führen zu effizienteren Abläufen. Oft sind es eher kleine, durchdachte Anpassungen, die Arbeitsprozesse wirklich verbessern. Eine gute Verbindung aus Ergonomie, Flexibilität und einem effizienten Materialfluss entwickelt sich somit zu einem wichtigen Bestandteil moderner Produktionsplanung.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar