Der Dorschbestand der Westlichen Ostsee ist verschwunden, nicht nur wegen Überfischung. Eine wesentliche Rolle spielen der Klimawandel und die Überdüngung durch die Landwirtschaft. Das haben Wissenschaftler*innen des Thünen-Instituts für Ostseefischerei in einem Forschungsprojekt herausgefunden, dessen erste Ergebnisse dem NDR exklusiv vorliegen. Der NDR hat die Forschung für die Studie über mehrere Monate begleitet. Zu sehen ist dies in der Dokumentation „45min – Schöne, tote Ostsee. Das Dorschsterben und die Folgen“. Das NDR Fernsehen zeigt sie am Montag, 16. Juni, um 22.00 Uhr. Zudem ist sie in der ARD Mediathek zu sehen.
„Wir waren sehr überrascht, dass sich während der Sommermonate sauerstoffarmes Wasser vom Grund der Ostsee bis weit in die höheren Schichten ausbreitet“, sagte Dr. Uwe Krumme vom Thünen-Institut dem Autor der NDR Dokumentation, Carsten Rau. „Dort trifft es direkt auf die stark erwärmten Wasserschichten. Wo das passiert, ist kein Habitat mehr für Dorsche“ – also kein Raum mehr, in dem diese Fische überleben können.
Jahrzehntelang war der Dorsch für die Fischereibetriebe der Ostsee eine zentrale Einkommensquelle. Doch vor zwei Jahren ist der Bestand komplett zusammengebrochen. Grund dafür ist nicht nur die Überfischung: Durch den Klimawandel wird die Ostsee an der Oberfläche immer wärmer. Und am Meeresgrund breiten sich tote, sauerstoffarme Zonen aus. Diese entstehen durch Überdüngung in der küstennahen Landwirtschaft, der Dünger gelangt über Bäche und Flüsse in die Ostsee. Dort kommt es zu überschüssigem Algenwachstum. Die Algen wiederum sinken zu Boden und werden von Bakterien zersetzt, die den Sauerstoff im Wasser verbrauchen.
Zehn Monate lang hat das Institut in einem fünf Quadratkilometer großen Forschungsfeld in der Mecklenburger Bucht Umweltdaten wie Sauerstoff- und Salzgehalt sowie die Temperatur des Wassers aufgezeichnet. Dazu hatten die Forschenden insgesamt 30 Messstationen am Meeresgrund verankert. Dieses Projekt in Zusammenarbeit mit dem Leibnitz-Institut für Ostseeforschung ist bisher einzigartig in der Westlichen Ostsee.
„Die neuen Daten sind äußerst beunruhigend“, so Dr. Krumme. „Und wir werden überprüfen, ob dieses Phänomen auch in anderen Teilen der Westlichen Ostsee zu beobachten ist“.
In der Vergangenheit hatten Wissenschaftler*innen immer wieder festgestellt, dass in ihren jährlichen Bestandserhebungen große Mengen an Dorsch fehlen. Das nun beobachtete Phänomen könnte dafür eine Erklärung bieten. Denn es bestehe der Verdacht, dass unter solchen Umständen viele Dorsche verenden. Das Thünen-Institut will die endgültigen Ergebnisse der Untersuchung im kommenden Jahr veröffentlichen.
Quelle Pressemeldung von NDR
US-Spirituosenkonzern bietet 5,55 Euro je Aktie und plant späteren Börsenrückzug Der Getränkehersteller Berentzen aus Haselünne…
In vielen Produktionsbetrieben entstehen bereits große Mengen an Maschinendaten. Sensoren erfassen Temperaturen, Drücke, Schwingungen oder…
Der größte Bundeswehrstandort Deutschlands wächst weiter. Auf dem Marinestützpunkt Wilhelmshaven investiert der Bund mehr als…
Zum Tag der Deutschen Einheit wird die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln im gesamten Gebiet des…
Volkswagen will sich aus dem Standort Osnabrück zurückziehen. Aurelius Capital und das Land Niedersachsen planen…
Die Zukunft mehrerer deutscher Volkswagen-Standorte ist so offen wie seit Jahren nicht mehr. Seit dem…