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Datenschutzbeschwerden auf Rekordniveau: 70 Prozent Anstieg in Niedersachsen

Der Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen (LfD) verzeichnete im Jahr 2025 einen drastischen Anstieg von Datenschutzbeschwerden. Insgesamt gingen bei der Behörde im vergangenen Jahr 4.022 Beschwerden ein. Das entspricht einem Anstieg von 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2024 mit 2.361 Beschwerden. Die Beschwerdezahlen übersteigen damit auch die bisherigen Rekordwerte aus den Coronajahren deutlich (2020: 2.479; 2021: 2.538). Einen ähnlichen Trend verzeichneten auch die Datenschutzaufsichtsbehörden anderer Bundesländer .

Der starke Anstieg dürfte einerseits im gestiegenen Interesse der Bürgerinnen und Bürger am Datenschutz begründet liegen. Zum anderen weisen inzwischen in Suchmaschinen integrierte KI-Chatbots bei Fragen rund um den Datenschutz häufig auf die Möglichkeit hin, eine Beschwerde an die zuständige Datenschutzbehörde zu senden, und liefern dazu gleich Vorschläge für Anschreiben mit. Darauf deuten die Texte einiger Beschwerden hin, die Überbleibsel der Kommunikation mit KI-Chatbots enthalten.

Denis Lehmkemper, LfD Niedersachsen: „Es ist zunächst einmal eine gute Nachricht, dass Bürgerinnen und Bürger offenbar leichter Zugang zu Informationen über den Datenschutz und zu Beschwerdemöglichkeiten finden. Uns als Behörde stellt dieser starke Anstieg jedoch vor Herausforderungen.“ Um dem zu begegnen, optimiert die Behörde weiter ihren digitalen Beschwerdeprozess und bemüht sich darum, die personellen Kapazitäten für die Fallbearbeitung zu erhöhen. „Unser Ziel bleibt es, weiterhin alle Bürgerinnen und Bürger so schnell wie möglich beim Datenschutz zu unterstützen.“

Ein großer Teil der Beschwerden entfiel im Jahr 2025 mit über 750 auf die Videoüberwachung im privaten Bereich – etwa, wenn Privatpersonen Überwachungskameras so ausrichten, dass sie Nachbargrundstücke oder öffentliche Bereiche filmen. Im Bereich der Wirtschaft fällt vor allem ein starker Anstieg von Beschwerden im Bereich Inkasso und Auskunfteien auf. Aber auch die Zahl der Beschwerden gegenüber der Wohnungswirtschaft und dem Einzelhandel hat sich deutlich erhöht. Zudem verzeichnete die Niedersächsische Datenschutzaufsicht erstmals 20 Beschwerden gegenüber Betreibern von KI.

Auch die Anzahl der Meldungen von Datenschutzverletzungen ist im Jahr 2025 in Niedersachsen um 5 Prozent leicht angestiegen, von 1.528 Meldungen im Jahr 2024 auf 1.607 Meldungen im Jahr 2025. Niedersächsische Unternehmen und öffentliche Stellen sind dazu verpflichtet, dem LfD Niedersachsen Datenschutzverletzungen zu melden, wenn beispielsweise durch einen Hackerangriff oder einen Fehler personenbezogene Daten in die falschen Hände gelangen. Die Zahl der Beratungsanfragen hat sich 2025 ebenfalls erhöht, um 20 Prozent von 763 auf 917.

Abseits dieser Entwicklung steigen auch die Anforderungen an die Datenschutzbehörde Niedersachsen in anderen Bereichen, etwa durch aktuelle Entwicklungen in der Gesetzgebung auf EU-, Bundes- und Landesebene. So erhält der LfD Niedersachsen beispielsweise durch die Umsetzung des bundesweiten Gesundheitsdatennutzungsgesetzes (GDNG) neue Aufgaben. Und mit der EU-Verordnung zu Wahlwerbung im Internet und in Social Media und der damit zusammenhängenden Kennzeichnungspflicht für Wahlwerbung sind aufgrund der Kommunalwahlen am 13. September 2026 in Niedersachsen ein erhöhter Beratungsbedarf und mehr Beschwerden zu erwarten.

Pressemeldung von Der Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen

 

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