Flyer, Broschüren, Mappen oder Karten bestehen nicht nur aus bedrucktem Papier. Nach dem eigentlichen Druck können weitere Arbeitsschritte folgen, bei denen die Oberfläche beschichtet, geprägt oder mit Folie versehen wird. Lackierungen erzeugen matte oder glänzende Bereiche, Prägungen formen das Papier und Folien bringen metallische oder farbige Elemente auf den Bedruckstoff. Welche Verarbeitung technisch möglich ist, richtet sich nach Material, Motiv, Druckverfahren und späterer Beanspruchung.
Kurzfassung
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Farbe und Motiv bestimmen nur einen Teil der Wahrnehmung gedruckter Werbemittel. Lichtreflexion, Oberflächenbeschaffenheit und fühlbare Unterschiede ergänzen die Gestaltung. Ein glänzender Schriftzug auf mattem Papier hebt sich beispielsweise auch dann vom Untergrund ab, wenn beide Bereiche eine ähnliche Farbe besitzen.
Warum eine Druckveredelung bei Werbemitteln einen Unterschied macht, zeigt sich vor allem beim Zusammenspiel von Oberfläche und Gestaltung. Lack, Prägung oder Folie verändern Eigenschaften des Druckprodukts, die durch den reinen Farbauftrag nicht entstehen.
Drucklack kann eine komplette Seite bedecken oder ausschließlich auf ausgewählten Bereichen liegen. Beim partiellen Auftrag werden beispielsweise Schriftzüge, Bilddetails oder grafische Formen ausgespart beziehungsweise gezielt beschichtet. Der sichtbare Kontrast entsteht durch das unterschiedliche Reflexionsverhalten der Oberflächen.
Glanzlack reflektiert einfallendes Licht stärker. Mattlack vermindert dagegen Reflexionen und verändert den Oberflächeneindruck. Bei bestimmten Lackverfahren lässt sich zusätzlich eine fühlbare Schicht erzeugen. Neben der Gestaltung kann eine Beschichtung bedruckte Flächen gegen Abrieb und häufige Berührung schützen.
Bei partiellen Lackierungen muss die Position exakt zum darunterliegenden Druckmotiv passen. Bereits ein kleiner Versatz wird an dünnen Linien oder scharf begrenzten Formen sichtbar. Vor der Weiterverarbeitung lässt sich kontrollieren, ob Lackfläche und Druckbild deckungsgleich übereinanderliegen.
Eine Prägung arbeitet anders als ein zusätzlicher Farb- oder Lackauftrag. Das Papier beziehungsweise der Karton wird unter mechanischem Druck geformt. Bei einer Hochprägung tritt das Motiv aus der Fläche hervor, während es bei einer Tiefprägung in das Material gedrückt wird. Eine Blindprägung benötigt weder Farbe noch Folie. Ihre Konturen werden durch die veränderte Oberfläche sichtbar.
Wie eine Prägung ausgeformt werden kann, hängt unter anderem von Papierstärke und Materialbeschaffenheit ab. Ein sehr dünner Bedruckstoff reagiert anders auf den Prägedruck als ein stärkerer Karton. Auf Papieren mit ausgeprägter Oberflächenprägung lassen sich feine Linien und kleine Details weniger gleichmäßig abbilden als auf glatten Materialien. Feine Schriften stellen andere Anforderungen an Prägetiefe und Werkzeug als größere geometrische Flächen.
Die Position der Prägung muss mit späteren Falz- und Schnittlinien abgestimmt werden. Verläuft eine Falzung unmittelbar durch einen geprägten Bereich, wird das bereits geformte Material erneut belastet. An solchen Stellen können sichtbare Brüche oder Verformungen auftreten.
Bei der Heißfolienprägung wird eine Prägefolie durch Wärme und Druck auf festgelegte Bereiche übertragen. Zur Verfügung stehen unter anderem metallisch wirkende oder pigmentierte Folien. Typische Motive sind Logos, Linien, Schriftzüge und kleinere grafische Elemente.
Auf glattem Papier kann die Folie eine geschlossene Fläche bilden, während eine raue Papieroberfläche bei feinen Motiven zu Unterbrechungen im Folienbild führen kann. Bei sehr feinen Linien müssen zudem ausreichende Abstände vorhanden sein, damit benachbarte Elemente nicht ineinanderlaufen.
Vor einer größeren Auflage lässt sich anhand eines Produktionsmusters prüfen, ob die Folie vollständig haftet und feine Konturen geschlossen wiedergegeben werden. Erkennbar werden beispielsweise unvollständig übertragene Stellen, unscharfe Kanten oder Unterschiede zwischen der vorgesehenen Gestaltung und dem tatsächlichen Materialeindruck.
Beim Offsetdruck wird das Druckbild nicht direkt von der Druckplatte auf das Papier übertragen. Stattdessen gelangt die Farbe zunächst auf einen Gummituchzylinder und von dort auf den Bedruckstoff. Auf diese Weise entsteht das vorgesehene Farb- und Bildmotiv.
Lackieren, Prägen oder das Übertragen einer Folie gehören anschließend zur Veredelung beziehungsweise Weiterverarbeitung. Danach können weitere Schritte wie Schneiden, Stanzen, Falzen oder Binden folgen. Die genaue Reihenfolge richtet sich nach dem jeweiligen Produkt und den eingesetzten Verfahren.
Auch in den Druckdaten müssen veredelte Bereiche eindeutig gekennzeichnet sein. Eine partielle Lackierung oder Folienprägung benötigt eine separat definierte Fläche. Stimmen diese Angaben nicht mit dem Druckmotiv überein, kann die Veredelung später an der falschen Position erscheinen.
Papiere unterscheiden sich nicht nur durch Farbe und Stärke. Gestrichene Sorten besitzen eine andere Oberfläche als ungestrichene Naturpapiere. Saugfähigkeit, Rauheit und Steifigkeit entscheiden unter anderem darüber, wie Lack auf der Oberfläche liegt, wie deutlich eine Prägung ausfällt und wie sich das Papier an einer Falzkante verhält.
Wird nach der technischen Vorbereitung ein anderes Papier ausgewählt, sollte daher nicht ausschließlich die Farbwiedergabe kontrolliert werden. Nach einem Papierwechsel sind deshalb Prägedruck, Folienhaftung und Falzverhalten erneut am vorgesehenen Material zu prüfen. Eine bereits festgelegte Verarbeitung lässt sich nicht ohne Prüfung auf jeden anderen Bedruckstoff übertragen.
Bei Produkten mit mehreren Verarbeitungsschritten ist die Materialauswahl deshalb vor der endgültigen Datenfreigabe festzulegen. Steht das Papier vor der Datenfreigabe fest, lassen sich Prägestempel, Veredelungsflächen und Falzpositionen anhand dieses Materials festlegen.
Nicht jeder Produktionsfehler ist unmittelbar nach dem Druck sichtbar. Eine zunächst fehlerfreie Farbfläche kann nach dem Falzen an der Kante aufbrechen. Bei anderen Produkten zeigen sich erst nach der Veredelung fehlende Folienbereiche oder ein Versatz zwischen Lack und Druckmotiv.
Vor Produktionsbeginn lassen sich unter anderem Format, Beschnitt, Bildauflösung und separat angelegte Veredelungsflächen kontrollieren. Nach dem Druck können Farbauftrag und Passgenauigkeit geprüft werden. Nach der Veredelung stehen Lackposition, Prägebild und Folienübertragung im Vordergrund.
Eine weitere Prüfung nach dem Schneiden, Falzen oder Binden erfasst Fehler, die erst durch diese mechanischen Arbeitsschritte entstehen. Werden Abweichungen vor dem nächsten Produktionsschritt erkannt, muss nicht zwangsläufig eine bereits vollständig weiterverarbeitete Auflage neu hergestellt werden.
Lackierungen, Prägungen und Folien greifen jeweils auf andere Weise in die Oberfläche eines Druckprodukts ein. Während Lack vor allem die Oberfläche behandelt, formt eine Prägung den Bedruckstoff mechanisch. Bei einer Folienprägung kommt eine zusätzliche Materialschicht hinzu.
Papierstärke und Oberfläche müssen für das vorgesehene Verfahren geeignet sein, während Lack-, Präge- oder Folienflächen in den Produktionsdaten an der vorgesehenen Position angelegt werden müssen. Die Kontrolle endet deshalb nicht mit der Freigabe der Druckdaten. Nach Lackierung, Prägung, Folienübertragung und mechanischer Weiterverarbeitung lassen sich jeweils die Merkmale prüfen, die erst in diesem Arbeitsschritt sichtbar werden.
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