HANNOVER. Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, werden im Jahr 2022 voraussichtlich rund 5,9 Mio. Tonnen Getreide (ohne Körnermais) in Niedersachsen eingefahren. Damit liegt die Getreideernte 10,7% über dem Vorjahreswert. Der Zuwachs der Anbauflächen für Getreide ist mit 763.600 Hektar im Jahr 2021 auf aktuell ca. 765.700 Hektar nur unbeträchtlich. Bis auf wenige Spätdruschgebiete an der Küste ist die Ernte beim Getreide (ohne Körnermais) und Raps abgeschlossen.
Die Erträge von Weizen, Gerste und Raps überraschen trotz langanhaltender Dürre meist positiv. Beim Getreide liegen sie im Durchschnitt 9,3% höher als der Mittelwert der letzten 6 Jahre. Dennoch sind die hohen Erträge, insbesondere beim Winterweizen, nicht nur Grund zur Freude. Von vielen Seiten wurde über geringe Proteingehalte berichtet, sodass der Weizen nicht immer die Vorgaben für die industrielle Lebensmittelerzeugung erreicht hat.
Dem Winterraps kam die feuchte und milde Witterung des Februars zugute. Der Ertrag von durchschnittlich 44,3 dt/ha, guter Ölgehalt und hohe Erzeugerpreise stimmen viele Landwirtinnen und Landwirte, die zuletzt 2014 auf ähnlichem Niveau geerntet haben, zufrieden. Die Anbaufläche für Winterraps ist seit 2019 erneut angestiegen.
Die Verteilung der Erträge für Getreide und Raps ist 2022 sehr heterogen, analog zu den Niederschlägen. Außer an der Küste waren diese bisher meist als Gewitter nur lokal und selten ergiebig. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge im Juni von nur 42,3 mm und im Juli von 44,4 mm war im Vergleich zum langjährigen Mittel (1981-2021) mit 71,6 mm bzw. 76,2 mm insbesondere im „sandigen Gürtel“ sehr problematisch. Niederschlagsdefizite konnten oft nur durch intensive Beregnung ausgeglichen werden. Die Lehmböden Südniedersachsens oder auch die Marschböden im Norden hatten durch ihre hohe Wasserspeicherkapazität klare Vorteile.
Pressemeldung von LSN
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