Karriere

Ausbildung mit mehr Sprachförderung kombinieren

Oldenburger Initiative in Niedersachsen einmalig

Oldenburg. Fachkräftemangel in Unternehmen auf der einen, großer Bedarf an Sprachförderung bei jungen Menschen und Geflüchteten auf der anderen Seite – wie lässt sich eine Lösung schaffen? Die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK), der Verein pro:connect (Oldenburg) und die Berufsbildenden Schulen Wechloy (BBS) in Oldenburg schlagen mit ihrem Projekt „1+2“ einen neuen Weg ein. Unterstützt wird ihr in Niedersachsen bislang einmaliges Projekt vom Kultusministerium in Hannover.

Zunächst in zweijährigen Ausbildungsberufen soll durch die Verlängerung der Ausbildung um ein Jahr die Berufsausbildung mit gezielter (fach-)sprachlicher Förderung kombiniert werden. Ziel ist die Ausbildung von zunächst voraussichtlich 15 jungen Menschen mit Sprachdefiziten zu qualifizierten Verkäufern/Verkäuferinnen und Fachlageristen/Fachlageristinnen.

 

Der Hintergrund:

Insbesondere für Geflüchtete ist es oftmals durch sprachliche Defizite nicht einfach, einen Berufsabschluss in Deutschland zu erreichen. Selbst bei einem guten allgemeinen Sprachniveau fällt es vielen Geflüchteten schwer, die oft komplexen fachsprachlichen Inhalte gerade im Theorieunterricht der Berufsschule nachzuvollziehen. Der weitere Besuch eines reinen Deutsch-Sprachkurses reicht dann nicht aus. Die Erfahrungen zeigen, dass mehr Zeit und Unterstützung nötig ist.

Mehrere Ausbildungsbetriebe waren sofort bereit, den neuen Ansatz von IHK, pro:connect und BBS Wechloy zu unterstützen. Zum Ausbildungsbeginn 2019 sind bislang sechs Firmen mit Sicherheit dabei. Immerhin müssen sie in diesem Projekt mehr in die Ausbildung ihrer zukünftigen Fachkräfte investieren als üblich: Die Ausbildung dauert nicht nur länger, sondern es wird von Anfang an auch die volle Ausbildungsvergütung gezahlt.

 

Das Verfahren:

Mittels eines Kompetenzfeststellungsverfahrens in Kooperation mit pro:connect und Sprachlehrkräften der BBS wird bereits im Vorfeld spezifischer Förderbedarf ermittelt und bei der Unterrichtsplanung berücksichtigt. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Auszubildenden zu einem erfolgreichen Ausbildungsabschluss kommen.

Dabei besuchen die Auszubildenden in den ersten beiden Ausbildungsjahren die Berufsschule an drei Tagen zur intensiven Sprachförderung und Aneignung beruflicher Grundkenntnisse. Die Inhalte der zu vermittelnden Fertigkeiten des Deutschunterrichtes greifen ineinander und sind mit den Lernfeldern der Ausbildungsberufe eng verzahnt. In Abstimmung mit den Ausbildungsbetrieben werden sie bei Bedarf ergänzt, angepasst und modifiziert.

Bestandteil des Projektes ist auch eine sozialpädagogische Unterstützung. Zudem stehen IHK und pro:connect den Auszubildenden, den Betrieben und der Berufsschule für individuelle Betreuung zur Seite. Das soll Ausbildungsabbrüchen vorbeugen.

 

 

Quelle: Pressemeldung Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer

WEWRedakteur

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