Die Corona-Pandemie hat zu großen wirtschaftlichen Verwerfungen geführt. Gerade in solchen Krisenzeiten genießt vor allem Gold einen exzellenten Ruf als wertstabile Anlageform. Weltweit explodiert die Verschuldung der Staaten und viele Firmen sind durch lange Lockdowns in ihrer Existenz bedroht. Vor diesem Hintergrund fragen sich viele Anleger, ob eine Investition in Edelmetalle und Rohstoffe zum Vermögensschutz in dieser wohl einmaligen Krise lohnend ist. Da Gold seinen Wert auch in den größten wirtschaftlichen Krisen der Geschichte, wie beispielsweise der großen Depression oder dem Platzen der amerikanischen Immobilienblase, bewahren konnte, steht es bei Anlegern besonders im Fokus.
In wirtschaftlich schweren Zeiten, wie während der Finanzkrise 2009 oder der Krise des neuen Marktes zu Beginn dieses Jahrtausends, war Gold stets sehr gefragt und überzeugte deshalb durch eine gute Kursentwicklung. Deshalb gilt dieses Edelmetall als wertstabiler und sicherer Hafen für Anleger. Doch bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Der Goldpreis schwankt sehr stark, da eine große Abhängigkeit von der jeweiligen Nachfragesituation am Markt besteht. So stürzte der Preis beispielsweise im Zeitraum von 2011 bis 2013 von 1.900 US-Dollar je Feinunze auf unter 1.200 US-Dollar.
Trotz der starken Kursschwankungen kann Gold allerdings das Gesamtrisiko eines Anlageportfolios reduzieren. Dies liegt daran, dass der Goldpreis in den meisten Fällen konträr zur Entwicklung der Aktienpreise verläuft. Anleger können somit häufig Verluste aus ihrem Aktiendepot durch Kursgewinne am Goldmarkt ausgleichen. Experten empfehlen deshalb häufig Gold zu 5 bis 10 Prozent dem eigenen Investmentportfolio beizumischen.
Um in Gold zu investieren gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen kann Gold physisch, zum Beispiel als Barren oder Münzen, bei Banken oder spezialisierten Händlern erworben werden. Zum anderen können auch Zertifikate, die den Goldpreis an der Börse abbilden, gekauft werden. Der Vorteil hierbei liegt auf der Hand: Der Kauf kann einfach per Onlineorder durchgeführt werden und es entfallen die hohen Transaktionskosten durch das Gießen und Prägen der Barren und Münzen. Unterschieden wird dabei zwischen „Exchange Traded Commodities“ (ETC), die komplett mit Gold hinterlegt sind, und „Exchange Traded Funds“ (ETF), die aufgrund gesetzlicher Vorgaben in Deutschland noch andere Anlageformen außer dem Edelmetall beinhalten müssen.
Einen gewichtigen Vorteil hat der physische Kauf von Gold jedoch und das trotz der hohen Transaktionskosten und eventuell anfallenden Lagergebühren: Physisch erworbenes Gold gilt, im Gegensatz zu mit Gold hinterlegten Wertpapieren wie ETCs und ETFs, als Sondervermögen des Besitzers. Dies bedeutet, dass Goldmünzen und -barren auch im Falle einer Insolvenz nicht gepfändet werden können. Gerade für Anleger, die nicht wissen, ob sie durch Corona ihr ehemals florierendes Unternehmen oder ihren gut bezahlten Arbeitsplatz verlieren, kann dieses Wissen sehr beruhigend wirken und die schwere Zeit etwas leichter machen.
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