Wirtschaftsstandort Osnabrück

IHK-Präsident lobt Re-Industrialisierung

Wirtschaftsminister im Dialog mit regionalen Industrieunternehmen

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Industrieforum“ des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums und der Industrie- und Handelskammern in Niedersachsen diskutierte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann jetzt in Osnabrück mit Unternehmern aus der Region Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim. „Unsere Region ist ein starker Industriestandort. Die Zahl der Erwerbstätigen im Produzierenden Gewerbe hat bei uns seit dem Jahr 2000 zugelegt statt abzunehmen: Unsere Industrie hat in dieser Zeit 7.300 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Das ist für mich Re-Industrialisierung. Dies ist ein wichtiges Zeichen dafür, dass Industrie bei uns Zukunft hat“, sagte Uwe Goebel, Präsident der IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim, in der Begrüßung. Aber es bestehe deutlicher politischer Handlungsbedarf für gute industrielle Rahmenbedingungen: „Die Themen Fachkräftemangel, bürokratische Belastungen, Infrastrukturausbau, sichere und bezahlbare Energieversorgung und Digitalisierung müssen dringend angegangen werden, um den Industriestandort zu erhalten. Auch die Realisierung von Infrastrukturprojekten dauert hierzulande einfach zu lange“, so Goebel. Im Hinblick auf den Feiertag am 31. Oktober forderte Goebel zudem eine wirtschaftsverträgliche Lösung für das Lkw-Fahrverbot an nicht bundeseinheitlichen Feiertagen.

„Niedersachsen ist ein Industrieland. Damit unsere Unternehmen weiter stark und wettbewerbsfähig bleiben, müssen sie noch mehr in Forschung und Entwicklung investieren – für mich steht außer Frage, dass die Landesregierung sie hierbei unterstützt. Neben schneller Planung und einem unbürokratischen Wirtschaftsrecht sind die Digitalisierung der Wirtschaft und eine erstklassige digitale Infrastruktur unabdingbare Erfolgsfaktoren für die Zukunft unserer Industrie“, sagte Minister Althusmann in seinem Vortrag.

In der Podiumsdiskussion wurde deutlich, vor welchen Herausforderungen Industrieunternehmen stehen: „Ein bürokratischer Mindestlohn, eine bürokratische A1-Bescheinigung, ein bürokratischer EU-Datenschutz, demnächst womöglich noch eine bürokratische Arbeitszeiterfassung. Trotz aller politischer Bekundungen, Bürokratie abbauen zu wollen, ist bisher eher das Gegenteil passiert“, skizzierte Franz-Josef Paus, Geschäftsführer der Hermann Paus Maschinenfabrik GmbH, den Handlungsbedarf.

„Wir benötigen eine gesicherte Energieversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen und Planungssicherheit. Auch der Aufwand zur Erfüllung gesetzlicher Vorgaben im Energiebereich steht häufig in keinem Verhältnis zum damit verfolgten Ziel. Ich denke hier an die Besondere Ausgleichsregelung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und die Drittbelieferungsproblematik“, fasste Dietmar Hemsath, Geschäftsführer der Georgsmarienhütte GmbH, die Herausforderungen zusammen.

„Die Fachkräftesicherung ist eines der dringlichsten Themen für die regionalen Betriebe. Die Politik kann hier ebenfalls helfen – Stichwort ‚Ausbildung‘. Unser Ausbildungssystem ist ein echtes Erfolgsmodell. Wir müssen deshalb alles dafür tun, damit es attraktiv und leistungsstark bleibt. Ich wünsche mir hierfür kurzfristig eine bessere Unterrichtsversorgung an unseren Berufsschulen“, betonte Michael Kuipers, Geschäftsführer der Kuipers technologies GmbH.

„Der strukturierte und persönliche Dialog mit der IHK und ihren Mitgliedern hat heute noch einmal neue Perspektiven eröffnet. Die heutige Diskussion hat gezeigt, dass das Wirtschaftsministerium insbesondere mit dem Masterplan Digitalisierung, der Stabsstelle Bürokratieabbau und der Fachkräfteinitiative die richtigen Maßnahmen zur Unterstützung der Unternehmen auf den Weg gebracht hat“, sagte Minister Althusmann.

Weitere Informationen: IHK, Anke Schweda, Tel.: 0541 353-210 oder E-Mail: schweda@osnabrueck.ihk.de

Quelle: Pressemeldung Industrie- und Handelskammer Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim

WEWRedakteur

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