In Niedersachsen wurden im Jahr 2024 insgesamt 9.378 Verfahren zur Anerkennung einer im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikation durchgeführt. Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) mitteilt, stieg die Zahl gegenüber dem Vorjahr somit um 17,6% (2023: 7.974 Verfahren). Insgesamt 8.337 Verfahren wurden abgeschlossen, was einem Anteil von 88,9% und gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung um 0,2 Prozentpunkte entspricht.
Für 3.633 der Anerkennungsverfahren wurde eine volle Gleichwertigkeit der ausländischen Berufsabschlüsse festgestellt. Dies entspricht einem Zuwachs von 9,7% gegenüber 2023 (3.312 Verfahren). Weitere 3.783 Verfahren führten zu einer Ausgleichsmaßnahme, etwa durch Anpassungslehrgänge oder weitere Eignungs- und Kenntnisprüfungen. Die Zahl der Verfahren mit teilweiser Gleichwertigkeit (diese bedürfen zur späteren Anerkennung der vollen Gleichwertigkeit einer Nachqualifizierung oder einer Erlangung neuer Berufserfahrung) stieg auf 786 (2023: 444). Negativ beschieden wurden 135 Verfahren, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr entspricht (2023: 153). Für 828 Anerkennungsverfahren lag zum Jahresende noch keine Entscheidung vor.
Mit 6.438 bzw. 68,7% gab es die meisten Anerkennungsverfahren im Bereich medizinischer Gesundheitsberufe, darunter insbesondere Pflegefachmann/Pflegefachfrau (2.787), Arzt und Ärztin (1.623) sowie Gesundheits- und Krankenpfleger/in (1.128). Von den Anerkennungsverfahren in dieser Berufsgruppe wurden insgesamt 6.057 bzw. 94,1% abgeschlossen. Für 2.607 Anerkennungsverfahren wurde eine volle Gleichwertigkeit festgestellt (2023: 2.454, +6,2%). Bei den medizinischen Gesundheitsberufen erhielten in 1.620 bzw. 62,1% der Verfahren Frauen eine volle, gleichwertige Anerkennung. Ihr Anteil lag damit deutlich über dem der Männer mit 37,9%.
Die durchschnittliche Bearbeitungszeit für Verfahren, die im Berichtsjahr erstmalig beschieden wurden, betrug 12 Tage (2023: 35 Tage). Im Bereich der medizinischen Gesundheitsberufe lag die durchschnittliche der Bearbeitungszeit bei lediglich 5 Tagen.
Im Jahr 2024 hatten die meisten Antragstellenden ihre ausländische Berufsqualifikation in einem europäischen Staat außerhalb der Europäischen Union (31,3%, 2023: 33,1%) erworben. Insgesamt absolvierten besonders viele Antragstellende ihre ausländische Berufsqualifizierung in der Ukraine (9,6%) und in der Türkei (7,1%). Ebenfalls einen großen Anteil hatten Qualifikationen aus Asien (30,6%), gefolgt von Afrika (16,6%) sowie Nord- und Südamerika mit zusammen 12,1%. Der Anteil der Qualifikationen in Mitgliedstaaten der Europäischen Union lag bei 9,4% und war damit im Vergleich zum Vorjahr (11,6%) rückläufig.
Pressemeldung von LSN
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