IT & Kommunikation

Kleine und mittlere Unternehmen bei der Digitalisierung stärken

Rund 2,25 Millionen Euro für gemeinsames Vorhaben von Universität Oldenburg, Jade Hochschule und Hochschule Emden/Leer

Oldenburg. Regionale Unternehmen werden in Zukunft noch stärker von Innovationen der Universität Oldenburg, der Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth und der Hochschule Emden/Leer profitieren. Im Projekt „Regionales Innovationssystem NordWest“ entwickeln die drei Hochschulen Werkzeuge, um kleine und mittlere Unternehmen gezielter als bisher bei Forschung und Entwicklung zu unterstützen – etwa durch Beratung oder den Zugang zu Laboren.

Im Mittelpunkt steht das Thema Digitalisierung. Das Land Niedersachsen fördert das Projekt innerhalb des Programms „Transfer in Niedersachsen: Starke Strukturen für innovative Projekte“ in den kommenden fünf Jahren mit insgesamt rund 2,25 Millionen Euro.

„Ideen für den gesellschaftlichen und technologischen Fortschritt werden oftmals in der Wissenschaft geboren. Damit diese Ideen wachsen und gedeihen können, müssen sie ihre Kinderstube verlassen. Aus Erfindungen müssen marktfähige Produkte werden, aus Ideen mehrheitsfähige Überzeugungen. Diesen Transferprozess wollen wir mit unserem Förderprogramm stärken“, erklärte Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler anlässlich der heutigen Übergabe des Förderbescheids in Oldenburg.

Das hiesige Projekt „Regionales Innovationssystem NordWest“ überführe mit seinem Fokus auf das Themenfeld Digitalisierung und der unter anderem geplanten Plattform für Transferpotentiale diese Intention in überzeugende Maßnahmen, so der Minister.

Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper unterstrich aus Sicht der drei Hochschulleitungen die Bedeutung des Projekts für die Region: „Als starkes Dreigespann der Hochschulen im Nordwesten bringen wir unsere Expertisen gewinnbringend zusammen. Unser Fokus liegt dabei klar auf den Perspektiven und Bedarfen der regionalen Unternehmen.“

„Die Wirtschaft der Region Nordwest-Niedersachsen ist durch kleine und mittelgroße Unternehmen geprägt, die meist über weniger eigene Forschungsressourcen verfügen als große Firmen“, betonte Projektleiter Prof. Dr. Wolfgang Nebel, Department für Informatik der Universität Oldenburg. Dementsprechend schwieriger sei es für diese Unternehmen, eigene Innovationen zu entwickeln oder neue Technologien für ihr Geschäftsfeld anzupassen, so Nebel. Die drei Hochschulen wollen über das Projekt die Zusammenarbeit mit der mittelständisch geprägten Wirtschaft der Region intensivieren und so die Innovationskraft der Region stärken. Dabei arbeiten sie eng mit den Industrie- und Handelskammern, der Wirtschaftsförderung und den Technologiezentren der Region zusammen.

Das Projekt „Regionales Innovationssystem NordWest“ gliedert sich in vier inhaltliche Teilprojekte, die sich gegenseitig ergänzen:

 

Teilprojekt innoMarket

Hier entsteht ein Marktplatz für Innovationen in Form einer Online-Plattform. Regionale Unternehmen, die beispielsweise eine Dienstleistung der Hochschulen nutzen wollen, eine Beratung benötigen oder auf der Suche nach einem Spezialgerät sind, können über die Plattform – ähnlich wie beim Online-Shopping – prüfen, ob es bei den Hochschulen ein entsprechendes Angebot gibt. Insbesondere Forschungsinfrastrukturen wie sogenannte Living Labs, Geräte und Fachkompetenzen sowie Angebote zur Unterstützung von Digitalisierungsaktivitäten sollen sich auf dem Marktplatz finden.

 

Teilprojekt innoDoc

Wer einen Ansprechpartner aus den Hochschulen für eine konkrete Frage sucht, soll diesen in Zukunft über die Online-Plattform innoDoc finden können, die mit innoMarket verknüpft ist. innoDoc soll ähnlich wie ein Internet-Forum funktionieren und mittelfristig Kern eines sozialen Netzwerks aus Unternehmen, Wissenschaftlern und Innovationsberatern werden.

 

Teilprojekt innoLabs

Im Teilprojekt innoLabs werden vorhandene Labore und Testfelder der Hochschulen und ihrer An-Institute als offene Innovationswerkstätten genutzt. Unternehmen, aber auch gründungsinteressierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können dort neue Systeme, Prozesse oder Anlagen erproben. Auch hierbei liegt der Schwerpunkt im Bereich Digitalisierung. Erstes Ziel des Teilprojekts ist es, den Unternehmen der Region die vorhandene Infrastruktur bekannt zu machen. Anschließend wollen die Beteiligten auch das Potenzial der regionalen Technologiezentren etwa in Varel, Nordenham und Aurich nutzen, um weitere Labore zu konzipieren. Langfristig sollen so mehr Unternehmensgründungen angeregt werden.

 

Teilprojekt innoTalk

Im Teilprojekt innoTalk geht es darum, Führungskräfte und Entscheider aus der Wirtschaft gezielt über Trends der Digitalisierung zu informieren. Dazu dienen öffentliche Veranstaltungen, die neue Technologien und Entwicklungen praxisnah und allgemeinverständlich vorstellen und zudem den persönlichen Kontakt fördern. Geplant sind Dialogveranstaltungen nach dem Vorbild des „Oldenburger Dialogs“ der Industrie- und Handelskammer, in dem Unternehmer, Technologieberater und Wirtschaftsförderer im kleinen Kreis zusammenkommen. Darüber hinaus soll unter dem Titel „Innovations-Kongress NordWest“ jährlich eine regionale Leistungsschau für digitale Innovationen stattfinden.

Für das Projekt „Regionales Innovationssystem NordWest“ zeichnen die drei Hochschulen gemeinschaftlich verantwortlich. Sprecherhochschule des Verbunds ist die Universität Oldenburg. Das Informatikinstitut OFFIS, zugleich Sitz des Zentrums für digitale Innovationen Niedersachsen, ist assoziierter Partner. Die Federführung für die Teilprojekte innoMarket und InnoDoc liegt bei der Universität, die Teilprojekte innoLabs und innoForum werden von den beiden Hochschulen geleitet.

 

Quelle: Pressemeldung Universität Oldenburg

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