Karriere

Wir müssen die Fische ans Ufer holen

„In Zeiten des Fachkräftemangels stellt eine frühe Kontaktaufnahme zu Jugendlichen eine wichtige Form der Unternehmenswerbung dar, die sicherstellt, dass diese den Betrieb sowie seine Produkte und Dienstleistungen kennenlernen. Dadurch wird die Chance erhöht, dass Schülerinnen und Schüler sich bei diesen Unternehmen auch bewerben“, betont Annika Schütte von der Servicestelle Schule-Wirtschaft der Maßarbeit. Mehr als 30 Unternehmen aus dem gesamten südlichen Osnabrücker Land nahmen in der Ludwig-Windhorst-Schule in Glandorf an den „Speed-Meetings“ teil, um bei Mini-Vorstellungsgesprächen potenzielle Fachkräfte von morgen der Abschlussklassen der weiterführenden Schulen anzuwerben.

Niedrigschwellig für die Schülerinnen und Schüler sollte das Angebot des wechselseitigen Kennenlernens sein, wie Annika Schütte von der Maßarbeit erklärt. In enger Zusammenarbeit mit dem Schulleiter der Ludwig-Windhorst-Schule, Jörg Ringling, und seinen Berufsorientierungsbeauftragten Lena Asplan und Johannes Wolken sowie dem Regionalmanagement des südlichen Osnabrücker Landes hatte die MaßArbeit dieses Angebot zur Azubi-Akquise initiiert und organisiert. Jeweils 15 Minuten hatten Unternehmensvertreter und die angehenden Azubis Zeit, sich zu „beschnuppern“, sich also gegenseitig kennenzulernen und wechselseitige Fragen zu beantworten. „Nicht selten resultiert aus den Gesprächen ein Probearbeitstag, ein Praktikumsplatz oder auch ein richtiges Vorstellungsgespräch. Manchmal sogar ein Ausbildungsvertrag“, stellt Susanne Steininger, Bereichsleiterin Übergangsmanagement der MaßArbeit, heraus. So hat Sabine Michalick, geschäftsführende Gesellschafterin des Glandorfer Autohauses Erpenbeck, im vergangenen Jahr über die Speed-Meetings einen Azubi gefunden: „Und in diesem Jahr haben sich tatsächlich acht Schülerinnen und Schüler zu den Mini-Vorstellungsgesprächen mit uns angemeldet. Alle waren gut vorbereitet, weil wohl in den Schulen gezieltes Bewerbungstraining stattgefunden hat.“ Das bestätigen auch Lena Asplan und Johannes Wolken: „Wir üben mit den Schülerinnen und Schülern sowohl das Gestalten der Bewerbungsunterlagen als auch die Gespräche.“

Damit solche Gespräche auf Augenhöhe stattfinden können, hat Sabine Michalick, wie viele andere Unternehmen auch, sehr junge Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mitgebracht. Erst 20 Jahre alt ist ihre Ausbildungsbeauftragte für kaufmännische Berufe Kira Timpe: „Ich bin nach der Schule im Rahmen einer Ausbildungsmesse auf Mercedes Erpenbeck aufmerksam geworden, habe mich beworben – und jetzt stehe ich hier“. Ebenfalls erst 20 Jahre alt ist Jolina Strathkötter, die die Speedmeeting-Gespräche für die Volksbank führt. „Mein Chef sagt immer, Gemüse aus dem eigenen Garten schmecke am besten“, lacht sie. Gerade bei dieser personalpolitischen Strategie, die interne Karrieren fördert, sei es wichtig, junge Menschen früh für das Unternehmen zu interessieren und vor allem Hemmschwellen abzubauen: „Wir müssen die Fische ans Ufer holen. Denn welcher Schüler hat schon den Mumm, bei uns in der Bank anzurufen, um Informationen zu bekommen?“

„Die Speed-Meetings sind die perfekte Ergänzung zur Ausbildungsmesse ,Azubis werben Azubis‘ die wir jedes Jahr an unterschiedlichen Standorten im südlichen Osnabrücker Land organisieren“, ist sich Annika Schütte sicher. Auf den Messen können die Jugendlichen erste Kontakte zu Unternehmen knüpfen und durch Arbeitsproben viele unterschiedliche Berufe hautnah erleben. „Bei den Speed-Meetings kann dieser erste Kontakt dann intensiviert werden.“ Mehr als 80 Mini-Vorstellungsgespräche führten die Unternehmensvertreter an diesem Nachmittag. „Der nächste Schritt ist dann, dass wir interessierte Bewerberinnen oder Bewerber zu einem Probearbeitstag zu uns einladen. Nach den heutigen Speed-Meetings bin ich sehr zuversichtlich, dass wir einige Kontakte von heute so fortsetzen werden“, resümiert die Unternehmerin Sabine Michalick den Speed-Meeting-Nachmittag.

Pressemeldung von  Maßarbeit

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