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IHK: Finanzierungsbedingungen für Start-ups müssen besser werden

IHK: Finanzierungsbedingungen für Start-ups müssen besser werden

„Deutschland braucht mehr innovative Start-ups, die schnell wachsen und am Ende idealerweise global erfolgreich sind. Dafür müssen aber die Finanzierungsbedingungen für Start-ups in Deutschland besser werden. Sonst werden wir weiter zusehen müssen, wie innovative Start-ups ins Ausland abwandern.“ Dies erklärte die Vorsitzende des IHK-Finanz- und Steuerausschusses Angelika Pölking bei der jüngsten Sitzung des Gremiums.

Jan Greitens, Referatsleiter Unternehmensfinanzierung und Finanzmärkte beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin, erläuterte den Ausschussmitgliedern die in Deutschland vorherrschende bankbasierte Unternehmensfinanzierung sowie die hohen Eigenkapitalunterlegungsanforderungen für Banken. Diese führten dazu, dass Start-ups häufig mit schlechten Finanzierungsbedingungen konfrontiert seien, da sie meist kein Rating und auch kaum Sicherheiten vorweisen könnten. Im Ergebnis komme deshalb Risikokapital nur noch sehr selten von Banken. „Finanzierungsalternativen sind dringend notwendig, wenn Start-ups bei uns Erfolg haben sollen.“ Greitens verwies insbesondere auf Venture Capital-Fonds, bei denen technologieorientierte und wachstumsstarke Unternehmen in frühen Entwicklungsphasen Finanzierungsmöglichkeiten fänden. Er regte zugleich an, dass auch Banken weiterhin in diesem Bereich tätig sein und mit solchen Fonds kooperieren sollten.

Ein solcher Venture-Capital-Fonds ist die Scalehouse Capital Management GmbH aus Osnabrück. Geschäftsführer Jesse Jeng stellte den Ausschussmitgliedern die wachsende Start-up-Szene in Osnabrück vor. In dessen Mittelpunkt stehe seit 2018 das Seedhouse, das Start-ups aus den Bereichen Agrar, Ernährung und Digitalisierung zur Marktreife verhelfe. „In den vier Jahren des bisherigen Bestehens des Seedhouse haben das Team und die insgesamt 35 Gesellschafter der Seedhouse-Beteiligungsgesellschaft schon über 40 Jungunternehmen unterstützt“, verdeutlichte Jeng das Potenzial am Standort Osnabrück. Um das Wachstum der Start-ups zu beschleunigen seien zunächst der High-Tech-Inkubator Growhouse und der Risikokapitalfonds Scalehouse Capital hinzugekommen. „Nach unserem ersten Zeichnungsschluss mit deutlich über 20 Millionen Euro Kapital haben wir bereits im September die erste Investition in ein aussichtsreiches Osnabrücker Software-Start-up getätigt“, berichtete Jeng. Aus Hannover komme hierzu ein deutliches Signal des Vertrauens: Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes investierte Niedersachsen in Höhe von rund zehn Millionen Euro in den Osnabrücker Risikokapitalfonds.

Der aus ehrenamtlich tätigen Unternehmerinnen und Unternehmern bestehende IHK-Fachausschuss Finanzen und Steuern trifft sich dreimal jährlich. Seine Mitglieder tauschen sich regelmäßig mit Experten aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft aus und erarbeiten Positionen für die IHK-Vollversammlung.

Pressemeldung von  Industrie- und Handelskammer Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim

WEWRedakteur

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