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Überregional

Wirtschaftsstandort attraktiver machen und besser vermarkten: IHK-Präsident benennt Deutschlands Probleme und stellt neue Standortkampagne vor

Es ist eines der größten Wirtschaftstreffen in der Region: Die IHK hat in der Lingener EmslandArena mit rund 500 Besuchern aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Bildungswesen ihren traditionellen Jahresauftakt ausgerichtet. In seiner Rede nahm IHK-Präsident Uwe Goebel die anstehende Bundestagswahl in den Blick. Die neue Bundesregierung stehe vor enormen wirtschaftspolitischen Herausforderungen. „Die Konjunktur ist längst im Rezessions-Modus. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt liegt 2024 weiter nur auf dem Niveau von 2019 – das bedeutet: fünf Jahre ohne Wachstum! Das ist einmalig in der Geschichte unseres Landes. Die De-Industrialisierung ist real“, so Goebel.

Mit den Auswirkungen habe eine zunehmende Zahl von Unternehmen zu kämpfen, so Goebel. Die Zahl der Insolvenzen habe den höchsten Wert seit 2011 erreicht. Gründe dafür sah Goebel in zu hohen bürokratischen Lasten, der schlecht gemanagten Energiewende, ausufernden Steuern und Abgaben, dem Fachkräftemangel und einem sichtbaren Investitionsstau bei der Infrastruktur. Für eine bessere Zukunft seien nicht mehr Schulden, sondern mehr Wachstum nötig.

Luft nach oben sah der IHK-Präsident auch bei der Vermarktung des Landes Niedersachsen und insbesondere seiner Regionen im In- und Ausland. Seine jüngsten Erfahrungen aus einer Delegationsreise nach China und Südkorea hätten ihm gezeigt, dass die professionelle Außendarstellung der Regionen ein echter „Gamechanger“ im Dialog mit potenziellen Investoren sei. Für die Wirtschaftsregion Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim stellte er deshalb die Standortkampagne „Klar! Machen!“ vor, die ab sofort unter www.klar-machen.com erreichbar ist. Dort ist auch ein vierminütiger Imagefilm abrufbar, der erstmals beim IHK-Neujahrsempfang präsentiert wurde.

Ministerpräsident Stephan Weil nahm diesen Ball in seiner Rede auf und sagte zu, die Idee aufzugreifen, im Rahmen des Standortmarketings für Niedersachsen die Regionen einzubeziehen. Erheblichen Handlungsbedarf sah der Ministerpräsident zudem beim Dauerthema Bürokratieabbau. Unmittelbar im Vorfeld seiner Rede hatten die Besucher des IHK-Neujahrsempfangs in einer Online-Befragung die Gesetze und Verordnungen benannt, durch die sie sich besonders eingeengt fühlten. Besonders viele Stimmen entfielen dabei auf Datenschutzvorgaben und Nachhaltigkeitsregularien.

Weil konstatierte nüchtern: „Wir sind überreguliert.“ Um dies zu ändern, werde das Land Niedersachsen die mit den IHKs initiierte Clearingstelle weiterentwickeln, mit der Bürokratielasten abgemildert oder bereits in der Entstehung verhindert werden sollen. Dazu sei das Land auf Hinweise aus der Unternehmerschaft angewiesen. „Melden Sie uns Ihre Hinweise“, bat der Ministerpräsident um Mithilfe. Aktuell arbeite das Land Niedersachsen außerdem daran, bei neueren Gesetzen  die entstehenden Kosten für Unternehmen abzuschätzen und damit schon vorab zu berücksichtigen. Positive Beispiele für „einfachere, schnellere und günstigere“ Verfahren sah Weil bei der Neuordnung der Niedersächsischen Bauordnung sowie im Planungsrecht.

Beim Thema Energiekosten stimmten Goebel und Weil überein, dass die Netzentgelte aus dem Strompreis herauszulösen seien, um insbesondere energieintensive Unternehmen nicht über Gebühr zu belasten.

Durch den Abend führte die Moderatorin Anja Muhle. Für musikalische Unterhaltung sorgte Susan Albers aus Lingen. Einen Mitschnitt des Neujahrsempfangs hat die IHK auf ihrem YouTube-Kanal, Bilder der Veranstaltung unterwww.ihk.de/osnabrueck (Nr. 6413764) veröffentlicht.

Pressemeldung von  Industrie- und Handelskammer Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim

Weser-Ems-Wirtschaft

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