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Karriere

Fachkräfteeinwanderung: Unternehmen fordern Abschaffung der Bürokratie IHK-Umfrage ergibt hohen Fachkräfte- und Beratungsbedarf

78 Prozent der Unternehmen aus der IHK-Region Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim haben Bedarf nach Fachkräften aus Nicht-EU-Staaten, insbesondere nach solchen mit Berufsausbildung im Bereich „Fertigung und Produktion“. Allerdings ist das Fachkräfteeinwanderungsgesetz – und damit der offizielle Weg zur Arbeitsmigration nach Deutschland – kaum einem Unternehmen bekannt. 69 Prozent kennen das Gesetz und die in ihm beschriebenen Wege zur Fachkräfteeinwanderung nicht. Dies ist das Kernergebnis einer Umfrage unter 550 Unternehmen, die die IHK vom 3. bis zum 22. April durchgeführt hat.

Von den Unternehmen, die sich bereits um Einstellungen von ausländischen Fachkräften bemüht haben, berichten knapp 90 Prozent von „bürokratischen Hürden“. Fast zwei Drittel (65 %) geben die „lange Dauer der Ausstellung von Visa“ als Problem an.

„Die überbordende Bürokratie darf nicht zum Bremsklotz der Fachkräfteeinwanderung werden. Die regionale Wirtschaft erhofft sich daher von der Digitalisierung der Antragsbearbeitung in den Ausländerbehörden und dem Aufbau einer neuen Zentralstelle für das beschleunigte Fachkräfteverfahren in Niedersachen echte Verbesserungen“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf. Zudem sei die Politik gut beraten, ihre Vorstellungen über die Wege zu einer schnelleren Fachkräftezuwanderung besser zu erklären. Es sei ein schlechtes Zeichen, dass die allermeisten Betriebe wichtige Elemente des neuen Einwanderungsrechts, etwa die Anerkennungspartnerschaft, die Chancenkarte, die Blaue Karte oder die Liste der Mangelberufe, gar nicht kennen würden.

Besonderen Beratungs- und Unterstützungsbedarf reklamieren die Unternehmen nicht nur beim Umgang mit den bürokratischen Problemen (54 %), sondern auch bei der Beibringung notwendiger Dokumente (46 %) und bei der Integration (38 %).

„Unsere IHK bietet den Unternehmen sowie denen, die als Fachkräfte zu uns kommen, ihre Unterstützung an. Voraussetzung dafür ist, dass die Regeln des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes bekannter werden.“ Mit Dr. Ulf Kemper hat die IHK jetzt einen Experten gewonnen, der diese wichtige Aufgabe übernimmt. Termine mit ihm können ab sofort vereinbart werden.

Hintergrund:

Der Fachkräftemangel gehört zu den Hauptproblemen der Unternehmen der Region und hat eine strukturelle Ursache: Die Demografie ist durch Überalterung geprägt. Bereits gegenwärtig werden freie Arbeitsplätze „nicht“ oder „nicht zeitnah“ nachbesetzt. Die Umfrage zeigt, dass die Fachkräfte vorrangig in den Bereichen „Fertigung und Produktion“ (45 %), „IT“ (22 %) und „Forschung und Entwicklung“ (12 %) eingesetzt werden sollen.

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz eröffnet den Unternehmen die Möglichkeit, nicht nur Fachkräfte mit Hochschulabschluss oder Berufsausbildung, sondern auch Praktiker mit zweijähriger Berufserfahrung oder Auszubildende einzustellen.

Weser-Ems-Wirtschaft

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