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Oldenburg. Die explodierenden Energie- und Rohstoffkosten machen den Unternehmen im Oldenburger Land derzeit schwer zu schaffen. 87 Prozent der Betriebe aus Industrie, Handel, Gast-, Verkehrs- sowie Dienstleistungsgewerbe sehen in den steigenden Kosten das Hauptrisiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung. Das zeigt eine Sonderauswertung der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) zu ihrer Konjunkturumfrage vom 3. Quartal 2022 aus rund 270 Unternehmensantworten.
Weitere Risiken sehen jeweils 60 Prozent der Unternehmen in einer schwächelnden Inlandsnachfrage und schlechteren wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, dicht gefolgt von der Sorge um steigende Arbeitskosten. Den Arbeitskräftemangel – vor dem Krieg noch das beherrschende Thema in den Betrieben – nennen aktuell 57 Prozent als Geschäftsrisiko.
„Viele Mittelständler kommen nicht umhin, die Energiekosten zum Großteil an ihre Kunden weiterzugeben“, beschreibt Björn Schaeper, IHK-Geschäftsführer für Wirtschaftspolitik, die Reaktion etlicher Unternehmen. Angesichts einer schwachen Ertragslage – jeder zweite Befragte bezeichne diese als schlecht – bleibe vielen Betrieben auch kaum eine andere Möglichkeit. Zwei Drittel der befragten Unternehmen würden die Preise anheben oder hätten dies bereits getan, so Schaeper. Jedes zweite Unternehmen investiere zudem in Energieeffizienz. Ein Ausweichen auf andere Energieträger oder eine Produktions- oder Angebotseinschränkung kommt für jeden Fünften in Frage.
„Der 200 Milliarden Euro-Abwehrschirm ist geeignet, den Kostendruck der Unternehmen etwas zu minimieren“, bewertet Schaeper die von der Bundesregierung angekündigten Maßnahmen. Wichtig sei, dass der Schirm schnell und bürokratiearm umgesetzt werde.
„Neben den gestiegenen Energiekosten schwebt noch das Damoklesschwert eines Gasnotfallplans über der Wirtschaft“, sagt der IHK-Geschäftsführer. Die Bundesregierung könne in diesem Fall Gaslieferungen an Unternehmen drosseln. Betroffen wären hiervon in erster Linie Industriebetriebe.
„Schon bei einer Gasreduzierung von rund zehn Prozent müssten 16 Prozent der Industrieunternehmen ihre Produktion einstellen“, beschreibt Schaeper ein Szenario. Bei einer Reduktion um 25 Prozent stünde die Hälfte der Produktion im Oldenburger Land laut Umfrage still. Lediglich jedes vierte Industrieunternehmen ist vom Energieträger Gas unabhängig oder könnte darauf verzichten.
„Dieses Ergebnis zeigt, wie wichtig es ist, dringend Gas aus anderen Quellen als Russland zu beziehen, und wie nötig Gaseinsparungen sind, um Energiesicherheit zu gewährleisten“, sagt Schaeper. Mit jeder Produktionsstilllegung drohten Kurzarbeit und in der Folge Nachfragerückgänge für weitere Zulieferbetriebe, aber auch für Handel und Dienstleistungen. Ein solches Szenario müsse unter allen Umständen verhindert werden, so der IHK-Geschäftsführer.
Pressemeldung von IHK Oldenburg
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