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Gastgewerbe

IHK: Investitionen in Tourismus bieten neue Chancen für Branche und Region

IHK: Investitionen in Tourismus bieten neue Chancen für Branche und Region

„Investitionen in den Tourismus zahlen sich aus. Das zeigen die aktuellen Übernachtungszahlen aus Niedersachsen und der Region. Nach den herben Rückgängen in der Pandemie fasst die Branche neuen Mut. Die Grafschaft Bentheim wächst derzeit sogar als einziger Landkreis im IHK-Bezirk gegenüber 2019. Die Grafschaft und die Stadt Nordhorn profitieren dabei von mutigen Investitionen und einem Fokus unter anderem auf Radfahren und Wandern“, erklärte Wolfgang Hackmann, Vorsitzender des IHK-Fachausschusses Tourismus, in der jüngsten Sitzung im In-Side-Hotel in Nordhorn.

Der Konjunkturklimaindex des Gastgewerbes in Niedersachsen kletterte erstmalig seit dem Herbst 2021 wieder über 100 auf nun 116,6 Punkte, bestätigte IHK Niedersachsen-Federführerin Kerstin Kontny bei der Sitzung. Dennoch seien Preissteigerungen bei Energie, Rohstoffen und Lebensmitteln, der anhaltende Personalmangel und steigende Arbeitskosten die größten Risiken für den Aufschwung, so Kontny. „Die anhaltend schwierige wirtschaftliche Lage in der Gastronomie und der Hotellerie macht es notwendig, den gesenkten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent auf Speisen über den 31. Dezember 2023 beizubehalten und zusätzliche Kostenbelastungen zu vermeiden“, erklärte Wolfgang Hackmann.

In der Grafschaft Bentheim hat man sich schon vor der Pandemie Gedanken darüber gemacht, wie der Tourismusstandort weiterentwickelt werden kann: „Auch wenn die Einzelhandelskennzahlen noch überdurchschnittlich gut sind, setzen wir gezielt Maßnahmen um, die Attraktivität unserer Innenstadt nachhaltig zu steigern“, erklärte Thimo Weitemeier, Stadtbaurat der Stadt Nordhorn. Er stellte das Projekt „Innenstadt am Wasser“ vor. Bis spätestens 2027 soll das Gelände des ehemaligen Zentralen Omnibusbahnhofs umgestaltet sein. Geplant ist etwa ein neues Hafenbecken, um die Innenstadt aufzuwerten und den Tierpark Nordhorn mit Elektrobooten auf der Vechte zu erreichen. Durch den Start der Planungen bereits vor Corona konnte die Stadt Fördermittel einwerben, durch die die Finanzierung des Projektes gesichert ist. „Ohne die Bereitschaft der Kommune, das Restrisiko zu übernehmen, hätten wir diese Chance jedoch nicht nutzen können. Neben Mut braucht es daher auch das gegenseitige Vertrauen zwischen Unternehmen, Politik und Verwaltung“, so Weitemeier.

„Die Grafschaft Bentheim hat touristisch einen Sprung nach vorne gemacht, weil vom Landkreis in der Corona-Zeit Geld und Arbeitspower in die positive Außendarstellung der wunderschönen Grafschaft investiert wurden. Dies hat sich positiv auf die Nachfrage ausgewirkt. Die Auszeichnung mit dem 1. Preis beim ADFC-Fahrradklimatest 2020 und 2022 war ein Ausrufezeichen für nachhaltigen Tourismus in der Region“, sagte Gastgeber Thorsten Müller.

Die Bedeutung des Wirtschaftsfaktors Radtourismus hob auch Anke Schweda, IHK-Geschäftsbereichsleiterin Standortentwicklung, hervor: „Fahrradtourismus gehört zur DNA unserer Region. Das stärkere ökologische Bewusstsein sowie der Wunsch nach Aktiv- und Wellnessurlaub machen Radurlaube zu attraktiven Reise- und Urlaubsformen. Wachstumspotentiale ergeben sich unter anderem aus dem Trend zu mehr E-Bikes, da das durchschnittliche Alter der Touristen, die direkte Anreise mit dem E-Bike und deren Aufenthaltsdauer gesteigert worden sind.“ Tourismus sollte deshalb insgesamt noch stärker als Chance für Regionalentwicklung verstanden werden. Dafür seien regelmäßige Investitionen in den Infrastrukturausbau wichtig.

Im IHK-Fachausschuss Tourismus treffen sich dreimal im Jahr ehrenamtlich tätige Unternehmerinnen und Unternehmer. Die Mitglieder tauschen sich mit Experten aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft aus. Außerdem erarbeiten sie Positionen für die Vollversammlung der IHK.

Pressemeldung von  Industrie- und Handelskammer Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim

WEWRedakteur

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