„Aktionsplan Ausbildung 2021″- 9 Millionen Euro für starke Berufsausbildung in Niedersachsen

„Aktionsplan Ausbildung 2021"- 9 Millionen Euro für starke Berufsausbildung in Niedersachsen

„Aktionsplan Ausbildung 2021″- 9 Millionen Euro für starke Berufsausbildung in Niedersachsen

Das „Bündnis Duale Berufsausbildung” (BDB) wirbt intensiv für die Aufnahme einer Berufsausbildung zum Start des neuen 2021 am 1. August. „Zögern Sie nicht, fangen Sie eine Ausbildung an! Auch jetzt noch gibt es freie Stellen und attraktive Betriebe. Die Corona-Lage darf nicht dazu führen, dass die Ausbildung aufgeschoben wird! Und an die Betriebe gerichtet: Bilden Sie aus, sprechen Sie bitte die jungen Leute an. Ausbildung gibt Zukunft!”, erklärte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonneam (heutigen) Freitag in Hannover.

Der für die duale Berufsausbildung zuständige Minister stellte mit dem Vizepräsidenten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK), Heinrich Grupe, und Benedikt Hüppe, dem stellvertretenden Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN) den „Aktionsplan Ausbildung 2021″ vor: Mit insgesamt 18 Millionen Euro aus dem Sondervermögen zur Bewältigung der Auswirkungen der Corona-Pandemie fördert das Land u.a. die Aufrechterhaltung bestehender Ausbildungsplätze und die Schaffung neuer Ausbildungsverträge. Zudem werden Jugendliche, die eine Ausbildung in weiterer Entfernung beginnen, mit einer Mobilitätsprämie unterstützt.  Neun Millionen Euro stehen für den „Aktionsplan Ausbildung 2021″ noch zur Verfügung.

Tonne: „Damit unterstützen wir beide Seiten, die Jugendlichen und die ausbildenden Betriebe. Das ist auch der richtige Ansatz, denn sowohl für die Jugendlichen als auch für die Betriebe ist es in der Pandemie schwieriger geworden zusammenzufinden. Mit dem `Aktionsplan Ausbildung 2021´ leisten wir einen Beitrag für eine starke Berufsausbildung in Niedersachsen – auch unter herausfordernden Bedingungen.”

„Von der Landwirtschaft und dem Gartenbau bis hin zur Hauswirtschaft und der Fischerei: Die sogenannten grünen Berufe liefern die Fachkräfte, die für den Anbau, die Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte verantwortlich sind”, betont LWK-Vizepräsident Grupe. Er ergänzt: „Welcher der grünen Berufe am besten passt und wo noch Ausbildungsplätze frei sind, können Jugendliche auf www.talente-gesucht.de herausfinden.”

Für die Unternehmerverbände Niedersachsen erklärt Benedikt Hüppe: „Der Ausbildungsmarkt verschärft sich zusehends. Gemeinsam haben die Arbeitsmarktpartner in den letzten Jahren viele neue Maßnahmen zur Berufsorientierung und -beratung entwickelt. In den Unternehmen wurde deutlich mehr in die Personalsuche investiert und sie geben jungen Menschen die Chance, sich in der betrieblichen Praxis zu bewähren. Die Pandemie hat die Vermittlung und Beratung zusätzlich verschärft, viele Betriebe haben noch offene Ausbildungsplätze. Wir bitten alle Ausbildungsplatzsuchenden, auch andere Berufe und Orte zu berücksichtigen, sollte der Erstwunsch schwierig werden. Ausbildung ist keine Sackgasse, sondern ein perfekter Berufseinstieg und öffnet im Anschluss zahlreiche Möglichkeiten. Ob Qualifizierung, Studium, Meister oder als Quereinsteiger in andere, neue Berufsfelder – alles ist möglich!”

Der „Aktionsplan Ausbildung 2021″ schreibt die Förderung der dualen Ausbildung aus dem Jahr 2020 fort und ergänzt die bestehenden Maßnahmen. Folgende Bausteine hält das Förderprogramm bereit:

 

       I. Unterstützung der Jugendlichen

Die Mobilitätsprämie: Jugendliche, die ein Ausbildungsverhältnis außerhalb ihres Wohnortes (mindestens 45 km entfernt) eingehen oder die auf Grund dieser Entfernung den Wohnort wechseln, werden mit einer Prämie honoriert (500 Euro), wenn die Probezeit abgelaufen ist –  schon 300 Auszubildende haben diese Möglichkeit genutzt. Darüber hinaus werden nunmehr mit der gleichen Summe auch diejenigen Azubis gefördert, die diesen Weg zur Berufsschule auf sich nehmen. Das gilt auch für berufsqualifizierende schulische Ausbildungen in der Sozialpädagogik, den Gesundheitsfachberufen und der Heilerziehungspflege.

Vermittlungsunterstützung: Die Berufsbildenden Schulen werden bei der Vermittlung von Ausbildungsplätzen aktiv helfen und Jugendliche mit Betrieben und Unternehmen zusammenbringen. Wer zu Beginn des Ausbildungsjahres noch keine Stelle hat, denjenigen wird über das berufsbildende Schulwesen eine Brücke in die Ausbildung gebaut: Die Schulen helfen individuell bei der Stellensuche, beim Matching von Berufsschüler und offener Stelle, bei Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen.

 

      II.    Unterstützung der Ausbildungsbetriebe

Betriebe, die Ausbildungsverträge verlängern, weil die Abschlussprüfung pandemiebedingt verschoben wurde und nicht innerhalb der regulären Ausbildungsdauer abgelegt werden kann oder weil die Prüfungsteilnehmenden durch die Prüfung fallen, erhalten für ihr Engagement eine Prämie in Höhe von 500 Euro.

Um Ausbildungsbetriebe zu unterstützen, die zusätzliche Ausbildungsplätze über die Probezeit hinaus zur Verfügung stellen, erhalten Betriebe eine Einmalzahlung in Höhe von 2.000 Euro, wenn sie diese mit Bewerberinnen oder Bewerbern besetzen, deren höchster Schulabschluss ein Hauptschul- oder ein Realschulabschluss ist.

Als neuer Fördertatbestand gilt, dass kleine Betriebe mit nicht mehr als zehn Beschäftigten eine Unterstützung von 4.000 Euro erhalten, wenn sie einen Ausbildungsplatz besetzen. Gerade für kleine Betriebe ist es eine große Herausforderung, sich neben dem Tagesgeschäft intensiv um die Auszubildenden zu kümmern, daher soll das Engagement pro Ausbildung angemessen honoriert werden. Zudem soll verhindert werden, dass sich kleine Betriebe dauerhaft aus der Ausbildung zurückziehen.

Die Förderungen über den „Aktionsplan Ausbildung 2021″ können bis Ende 2022 beantragt werden. Mit dem Programm flankiert das Land Niedersachsen die Stützungsmaßnahmen der Bunderegierung im Bereich der Ausbildungsförderung.

Das „Bündnis Duale Berufsausbildung” (BDB):

Am BDB beteiligen sich die für die berufliche Bildung auf Landesebene engagierten Organisationen und Verbände wie die Sozialpartner (Verbände der Arbeitgeber und Gewerkschaften), die Kammern, die kommunalen Spitzenverbände, die Regionaldirektion Niedersachsen/Bremen der Bundesagentur für Arbeit sowie die zuständigen Ministerien der Landesregierung. Ziel ist die Stärkung der dualen Berufsausbildung in Niedersachsen. Das BDB wurde 2014 gestartet und ist Bestandteil der Fachkräfteinitiative Niedersachsen.

 

Bündnispartner:

·         Deutscher Gewerkschaftsbund in Niedersachsen

·         Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Niedersachsen

·         IG Metall Bezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt

·         Industrie- und Handelskammern Niedersachsen

·         Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen

·         Landwirtschaftskammer Niedersachsen

·         NiedersachsenMetall

·         Niedersächsisches Kultusministerium

·         Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung

·         Niedersächsische Staatskanzlei

·         Regionaldirektion Niedersachsen / Bremen der Bundesagentur für Arbeit

·         Unternehmensverbände Handwerk Niedersachsen e. V.

·         Unternehmerverbände Niedersachsen e. V.

·         ver.di Landesbezirk Niedersachsen-Bremen

Quelle Pressemeldung von  Nds. Kultusministerium