Zukunft Mobilität: Dienstfahrrad statt Dienstwagen – nachhaltig vorankommen

Vielerorts sind Radfahrer nicht nur schneller, sondern natürlich auch umweltfreundlicher als mit dem Auto unterwegs. Zwei Trends zeichnen sich deutlich ab: das Faltrad zum Mitnehmen in die Bahn sowie das E-Bike mit Tretunterstützung.
Vielerorts sind Radfahrer nicht nur schneller, sondern natürlich auch umweltfreundlicher als mit dem Auto unterwegs. Zwei Trends zeichnen sich deutlich ab: das Faltrad zum Mitnehmen in die Bahn sowie das E-Bike mit Tretunterstützung.

Zukunft Mobilität: Fahrrad statt Dienstwagen – nachhaltig vorankommen

Vor allem in der Rushhour vor Arbeitsbeginn und nach Feierabend staut es sich in den Städten. Die Lösung ist überraschend einfach. Der Umstieg von vier auf zwei Räder liegt in den Fahrradstädten Oldenburg und Osnabrück im Trend. Ist das Dienstfahrrad die Zukunft der Mobilität?

 

Netzwerk für Klapprad & mehr: Mobilität der Zukunft braucht Infrastruktur

Kopenhagen gilt als Fahrradwelthauptstadt. Dabei wird in der dänischen Hauptstadt gar nicht am meisten in die Pedale getreten. Die niederländische Gemeinde Houten hat die Nase vorn, dicht gefolgt vom deutschen Oldenburg. In Oldenburg werden 43 Prozent der Alltagswege mit dem Rad zurückgelegt. In Münster sind es immerhin noch 38 Prozent der Wege, die tagein tagaus mit dem Drahtesel erledigt werden. Und in Kopenhagen? Dort liegt der zweirädrige Mobilitätsanteil bei “nur” 35 Prozent.

In einem anderen Bereich nimmt die skandinavische Stadt eine “Vorradlerposition” ein. In Sachen Infrastruktur ist Kopenhagen ganz weit vorn und daher die wohl fahrradfreundlichste Hauptstadt Europas, knapp dahinter: Amsterdam. Das gut ausgebaute Fahrradwegnetz verfügt über richtige Fahrradhighways, eigene Ampeln für Radler und öffentliche Leihstationen, wo man sich jederzeit in den Sattel eines Drahtesels setzen kann. Warum das also nicht mehr Menschen tun? Nun, vielleicht liegt es am nordischen Klima.

 

Fahrradfreundliche Städte bauen aus – neue Wege für Klapprad, Pedelec & Co.

Viele deutsche Städte tun es Kopenhagen und Amsterdam gleich. Sie bauen aus. Die Initiative Radverkehr (IRO) macht sich seit mehr als einem Jahrzehnt stark für Radfahrer. Der wendige Drahtesel hängt vielerorts bereits das Auto ab, vor allem wenn der PKW ohnehin im Stau steht. Hier lohnt es sich auf das Zweirad auszuweichen.

Konzepte wie “Bike and Ride” erhöhen die Attraktivität, auf das Rad und anschließend auf den Öffentlichen Personennahverkehr umzusatteln. Voraussetzung hierfür ist eine sichere Abstellmöglichkeit für das eigene Fahrrad oder die Einrichtung von Rad-Stationen an Haltestellen, wo man das Leih-Bike abstellen kann.

Sicherheit ist jedoch nicht nur ein Stichwort, wenn es um den Schutz vor Fahrraddieben geht. Sicherheit hat im Straßenverkehr oberste Priorität. Lange Zeit wurde der Zweiradverkehr dem Autoverkehr untergeordnet. Die Folgen sind klar ersichtlich: keine Fahrradwege oder auf der Fahrbahn geführte Radfahrspuren, die immer wieder Unfallschlagzeilen hervorgebracht haben.

Wenn sich Radfahrer nicht sicher fühlen, weichen sie außerdem auf Gehwege aus – eine illegale Lösung, die mit Bußgeldern belegt ist und das Radfahren zum teuren Vergnügen werden lassen kann. Die Lösung ist simpel, aber für Kommunen nicht ganz günstig: Radwege bauen.

Der Radschnellweg von Osnabrück nach Belm ist ein positives Beispiel und – ein Millionenprojekt. Die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen Niedersachsen/Bremen e. V. vergibt seit 2016 Zertifikate an besonders fahrradfreundliche Kommunen. Mitglieder können sich bewerben und werden anschließend nach einem festgelegten Kriterienkatalog bewertet. Infrastruktur steht ganz oben auf der Liste. Städte wie Oldenburg, Osnabrück, Hannover und Hameln tragen bereits das Prädikat fahrradfreundlich. Das Gütesiegel ist ein Wegbereiter für Fahrradtourismus und lässt das Radeln im Alltag an Fahrt gewinnen.

 

Radfahrer satteln um: Klapprad und E-Bike als Dienstfahrrad

Vielerorts sind Radfahrer nicht nur schneller, sondern natürlich auch umweltfreundlicher als mit dem Auto unterwegs. Zwei Trends zeichnen sich deutlich ab: das Faltrad zum Mitnehmen in die Bahn sowie das E-Bike mit Tretunterstützung. Wer am Stadtrand wohnt, möchte womöglich nicht die ganze Strecke bis zur Arbeit auf dem Drahtesel verbringen. So geht es mit dem Klapprad bis zum Bahnhof und dann weiter mit dem Zug. Das Faltrad lässt sich gut unter den Arm klemmen und nach Ankunft platzsparend im Büro verstauen. Wer sich weiter informieren möchte, der findet zum Beispiel auf Klapprad-faltrad-test.de die gewünschten Informationen.

Für kürzere Strecken oder jene, die kein schlechtes Wetter, sondern nur unpassende Kleidung kennen, bietet sich das Pedelec an. Dabei handelt es sich um ein Fahrrad mit Trethilfe, gemeinhin als E-Bike bekannt. Selbst lange Strecken können mit dem E-Bike ohne großen Muskelaufwand bewältigt werden. Die Radler sind an der frischen Luft und bewegen sich. Kein Wunder, dass das Dienstfahrrad vermehrt zum Image-Tool für Unternehmen und zur Methode des betrieblichen Gesundheitsmanagements wird.

 

Von Pedelec bis Faltrad – Dienstfahrrad ist das neue Dienstauto

Dienstfahrräder werden steuerlich weitestgehend wie Dienstautos behandelt. Durch Leasinganbieter kann der Arbeitgeber die Vergabekoordination delegieren. Das spart Zeit, Nerven und – Geld. Der Verleih funktioniert über Entgeltumwandlung. Dabei wird die Leasingrate direkt vom Bruttolohn abgezogen.

Arbeitnehmerverbände und Gewerkschaften üben Kritik an diesem Modell, das auf lange Sicht zu Einbußen bei der Rente führe. Lediglich für übertariflich bezahlte Angestellte dürfte sich das Leasing-Konzept beim Dienstfahrrad langfristig lohnen. Statt der Lohnumwandlung empfehlen die Interessenverbände einmalige oder wiederkehrende Zuschüsse vom Staat sowie weitere Fördermaßnahmen. Etwa durch zinslose Arbeitgeberdarlehen könnte die Anschaffung betrieblicher Fahrräder attraktiv gemacht werden.