Energiewende mit H2: Die Zeichen stehen auf Grün

Energiewende mit H2: Die Zeichen stehen auf Grün
Referenten der Digitalkonferenz (v. l.): Michael Eggenschwiler, Vorsitzender der Wasserstoff-Gesellschaft Hamburg, Michael Westhagemann, Wirtschaftssenator Hamburg, Prof. Norbert Aust, Vorsitzender der IHK Nord Copyright: IHK Nord

Energiewende mit H2: Die Zeichen stehen auf Grün

Prof. Norbert Aust, Vorsitzender der IHK Nord, hat beim „International Hydrogen Symposium“ gegenüber den 900 internationalen Teilnehmern in der Online-Konferenz nachdrücklich für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der marktfähigen Etablierung der H2-Wirtschaft plädiert. Die IHK Nord fordere eine intensivere und koordinierte Abstimmung zwischen den norddeutschen Bundesländern und eine gezielte Vermarktung des Standorts in den europäischen Nachbarländern und weltweit. Denn: „Wasserstoff ist ein Game-Changer mit bedeutendem Einfluss auf unsere Mobilität, unsere Energieversorgung und die Industrie“, erläuterte Aust. Dazu müssten für klimaneutrale Energieressourcen einheitliche Rahmenbedingungen bezüglich Regulierung und wettbewerbsfähigen Preisen geschaffen werden. Selbst wenn die Schaffung eines regulatorischen Rahmens noch einige Zeit dauern werde, sei grüner Wasserstoff ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität – die von Bund und EU politisch festgeschrieben sei.

Michael Eggenschwiler, Vorsitzender der Wasserstoff-Gesellschaft Hamburg ergänzte: „Die Zeichen in der Wasserstofftechnologie stehen „auf Grün“ – Norddeutschland ist mit seinen Möglichkeiten in den erneuerbaren Energien eine vielversprechende Wasserstoffregion Europas. Sinkende Preise für regenerativen Strom sowie technische Weiterentwicklungen machen den nachhaltigen grünen Wasserstoff zu einer tragfähigen und klimaneutralen Lösung.“ Doch kein Standort könne eine autarke Wasserstoffwirtschaft allein aufbauen: Nur gemeinsam kann der Norden als Region mit grünem Wasserstoff erfolgreich sein“, appellierte Eggenschwiler. Dieses Denken müsse weltweit übertragen werden, da der grüne Wasserstoff in sonnen- und windreichen Ländern produziert, aber global gehandelt werden würde. Nicht nur die Produktion solle global gedacht werden, sondern die gesamte Wertschöpfungskette bis hin zur Anwendung bei Industrie, Mobilität und Wärme. Zusammengefasst: „Die globale Herausforderung Energiewende braucht mit der H2-Technologie eine globale Antwort“, so Eggenschwiler.

Das „Norddeutsche Reallabor“ ist ein gelebtes Projekt für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf dem Weg zu einer norddeutschen Wasserstoff-Region. In dem Großprojekt soll in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern die Transformation des Energiesystems demonstriert und mit Innovationen der Weg zu einer Dekarbonisierung aufgezeigt werden. Für Projektleiter Werner Beba ist die Sektorkopplung (Verknüpfung der Energienutzungsbereiche) mit Wasserstoff ein Arbeitsschwerpunkt: „In der Industrie steht die stoffliche Nutzung von Wasserstoff im Vordergrund, in Prozessen der chemischen Industrie, in Produktionsverfahren der Grundstoffindustrie, in der Herstellung von synthetischem Methan. Ferner für die Mobilität mit über 220 Brennstoffzellen-Fahrzeugen, PKWs, Bussen, LKWs und sogar Müllfahrzeugen. Grüner Wasserstoff ersetzt Erdgas, Diesel und Kohle“. Auch die Speicherung von Wasserstoff in Kavernen zähle laut Beba zu den Vorhaben: „Bei den Quartierlösungen, im Wärmebereich, kommt Wasserstoff als Energieträger in verschiedenen Wärmeanwendungen zum Einsatz. Die wesentliche Beimischung im Erdgasnetz senkt signifikant die CO2-Emissionen bei der Wärmeerzeugung.“

Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann bekräftigte das Ziel der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit: „Das leichteste Element Wasserstoff entwickelt sich gerade zu einem absoluten Schwergewicht im Kampf gegen den globalen Klimawandel. In Hamburg und Norddeutschland bündeln wir unsere Expertise und Kräfte, um eine grüne Wasserstoffwirtschaft aufzubauen. Die Akteure aus Wirtschaft, Industrie sowie Politik und Wissenschaft entwickeln Hand in Hand Lösungsansätze für die ökologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen im Wirtschaftsraum Norddeutschland. Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich Norddeutschland zu einer führenden europäischen Region für Wasserstoff entwickeln wird, mit positiven Effekten für die gesamteuropäische Wirtschaftskraft und Wettbewerbsfähigkeit.“

Das „International Hydrogen Symposium“ wurde zum zweiten Mal von der IHK Nord, dem Zusammenschluss von zwölf norddeutschen Industrie- und Handelskammern, und der Wasserstoff- Gesellschaft Hamburg veranstaltet. Referenten aus der Politik waren außerdem die Wirtschaftsweise Veronika Grimm, der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Nobert Barthle, sowie die Bremer Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt. Zu den Fachleuten aus der Wirtschaft gehörten Nicole Dreyer-Langlet (Airbus), Stefan Dohler (EWE AG), Oliver Weinmann (Vattenfall Europe Innovation GmbH), Joachim Heider (Linde GmbH) und Thomas Wintrich (Bosch Powertrain Solutions). Gäste aus dem Ausland: der US-Amerikanische Generalkonsul Darion Akins, der Rotterdamer Hafen-Chef Stijn van Els, die Mitgründerin der Schwedischen Energiefirma Nilsson Energy, Martina Wettin, der Generalsekretär des Verbands Hydrogen Europe, Jorgo Chatzimarkakis, sowie der Leiter für neue Energien im chilenischen Energieministerium, Max Correa.

Quelle Pressemeldung von  IHK Nord