Geldanlage in der Niedrigzinsphase – welche Investments lohnen noch?

Welche Investments lohnen in der Niedrigzinsphase noch – ein Überblick. Einige der gängigsten und vor allem sichersten Anlageformen entfallen also bereits, wenn Sie in der Niedrigzinsphase die Frage stellen, welche Geldanlagen sich noch lohnen.
Welche Investments lohnen in der Niedrigzinsphase noch – ein Überblick. Einige der gängigsten und vor allem sichersten Anlageformen entfallen also bereits, wenn Sie in der Niedrigzinsphase die Frage stellen, welche Geldanlagen sich noch lohnen.

Geldanlage in der Niedrigzinsphase – welche Investments lohnen noch?

Die niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten halten nun schon seit fast fünf Jahren an und Experten rechnen damit, dass sich dies auch in 2019 nicht ändern dürfte. Nicht wenige Anleger scheinen die geringen Zinsen nicht zu kümmern, denn nach wie vor „horten“ die Bundesbürger mehr als eine Billion Euro auf Tagesgeld-, Festgeld-, Spar- und Girokonten – zu einem Zins von meistens weniger als 0,5 Prozent.

Auf der anderen Seite möchten sich zahlreiche Anleger jedoch nicht damit abfinden, dass es keine rentableren Anlageformen geben soll. Dem ist auch nicht so, doch welche Investments lohnen auch in der Niedrigzinsphase noch?

 

Diese Geldanlagen lohnen sich in der Niedrigzinsphase NICHT!

Wie zuvor kurz angesprochen, haben die Deutschen trotz geringer Zinsen noch immer Guthaben von mehr als einer Billion Euro auf den folgenden vier Kontoarten:

  • Sparkonto
  • Girokonto
  • Tagesgeldkonto
  • Festgeldkonto

Diese drei Anlagekonten, wobei das Girokonto natürlich ohnehin nur ein Zahlungsverkehrskonto ist, zählen auch zu den Geldanlagen, die sich in der Niedrigzinsphase unter Renditegesichtspunkten definitiv nicht lohnen.

Dies gilt im Allgemeinen ebenfalls für Geldmarktpapiere (in Euro), Geldmarktfonds (in Euro), Bundeswertpapiere und Staatsanleihen, die von Emittenten mit einem sehr guten Rating ausgegeben werden. Bei all diesen Finanzanlagen können Sie davon ausgehen, dass sich die Rendite aktuell selten oberhalb von einem Prozent bewegen wird.

 

Welche Investments lohnen in der Niedrigzinsphase noch – ein Überblick

Einige der gängigsten und vor allem sichersten Anlageformen entfallen also bereits, wenn Sie in der Niedrigzinsphase die Frage stellen, welche Geldanlagen sich noch lohnen. Dennoch gibt es einige Alternativen, bei denen Sie kein extrem hohes Risiko eingehen müssen, die aber dennoch eine (deutlich) bessere Rendite beinhalten. In der Übersicht handelt es sich dabei zum Beispiel um die folgenden Finanzprodukte und Anlagevarianten:

  • Offene Fonds (Aktiv gemanagt, zum Beispiel Aktienfonds)
  • Geschlossene Fonds / Beteiligungen
  • ETFs
  • Aktien
  • Anleihen
  • Sachwertanlagen (zum Beispiel Immobilien und Edelmetalle)
  • Crowdfunding / Crowdinvesting

Diese Anlageformen möchten wir Ihnen kurz vorstellen, damit Sie anschließend beurteilen können, ob diese Varianten auch für Sie in der Niedrigzinsphase eine Option sind.

 

Offene Fonds: Für vermögende Anleger bis hin zu Sparern

Die offenen Fonds zählen zu den beliebtesten Finanzprodukten generell, nicht nur in der Niedrigzinsphase. Sie stehen einem breiten Publikum zur Verfügung, angefangen von Sparern, die Fondssparpläne nutzen können, bis hin zu vermögenden Privatkunden.

Sie müssen allerdings darauf achten, für welche Art Fonds Sie sich entscheiden, denn beispielsweise mit Geldmarktfonds werden Sie aktuell auch keine bessere Rendite als mit Geldmarktpapieren erzielen. Deutlich besser geeignet sind hingegen unter Renditegesichtspunkten Aktienfonds, Immobilienfonds oder auch gemischt Fonds.

Rendite: Je nach Fonds zwischen 3 bis 8 Prozent

 

Geschlossene Fonds und Beteiligungen: Für Anleger mit etwas mehr Kapital

Eine renditestarke Alternative sind auch in der Niedrigzinsphase geschlossene Fonds und (außerbörsliche) Beteiligungen. Diese Investments sind allerdings eher für Anleger mit etwas mehr Kapital geeignet, denn die Mindesteinlagen belaufen sich nicht selten auf 20.000 Euro und mehr.

Zudem sollte ein gewisses Fachwissen vorhanden sein, denn die Anlageentscheidung ist aufgrund der nicht geringen Risiken nicht einfach. Bei geschlossenen Fonds zum Beispiel binden Sie zum einen Ihr Kapital für mindestens 4 bis 5 Jahre, zum anderen investieren Sie nur in ein Projekt, also: keine Risikostreuung! Ähnliches gilt für Beteiligungen in Unternehmen.

Zu den geschlossenen Fonds zählen zum Beispiel:

  • Containerfonds
  • Schiffsfonds
  • Flugzeugfonds
  • Private Equity Fonds
  • Medienfonds
  • Kryptofonds
  • Waldfonds
  • Solarfonds

Rendite: Je nach Fonds, Beteiligung und Fondsart zwischen 4 bis 10 Prozent

 

ETFs: Kostengünstige Alternative zu offenen Fonds für Anleger und Sparer

ETFs sind ebenfalls eine Alternative für Sparer und Anleger, die deutlich bessere Renditen beinhalten als zum Beispiel das Sparkonto der Bank oder Geldmarktpapiere. Im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds können die Anteile der ETFs an der Börse gehandelt werden und zudem ist die Kostenquote meistens deutlich geringer.

Der Anleger oder Sparer investiert bei ETFs breit gestreut in einen Index, dessen Aktien der Fonds im Portfolio hat. Da mittlerweile auch zahlreiche ETF-Sparpläne angeboten werden, eignet sich diese Alternative für Anleger und Sparer.

Rendite: Durchschnittlich zwischen 5 bis 8 Prozent

 

Aktien: Für langfristige Anlagen mit optimaler Rendite und wenig Risiko

Zu den renditestärksten Anlageformen bei nicht überdurchschnittlich hohem, sondern bei einem langfristigen Anlagehorizont sogar eher geringem Risiko, zählen Aktien. Trotzdem sie beispielsweise mit DAX-Aktien in den letzten 30 Jahren im Schnitt mehr als sieben Prozent Rendite im Jahr erzielen konnten, haben viel Anleger Bedenken bezüglich eines Investments an der Börse.

Natürlich wird in den Medien oft von Kursrückgängen oder manchmal sogar von Panikverkäufen berichtet. Tatsache ist jedoch, dass es nur ganz wenige Anlagezeiträume von mindestens 10 bis 12 Jahren gibt, in denen Anleger mit Aktien (Standardwerten aus Europa oder USA) Verluste erlitten haben. Zudem können Sie durch Diversifikation und Kurssicherung einiges dazu beitragen, dass Sie keine größeren Verluste erleiden.

Rendite: Durchschnittlich 6 bis 8 Prozent

 

Anleihen: Bonität des Emittenten bestimmt den möglichen Zinsertrag

Anleihen gehören zwar auf der einen Seite auch zu den Geldanlagen, die sich aufgrund geringer Zinsen in der Niedrigzinsphase nicht lohnen, wie zum Beispiel Bundeswertpapiere. Zum anderen gibt es aber auch eine Reihe von verzinslichen Wertpapieren, die Anlegern eine bessere Rendite liefern.

Dabei handelt es sich jedoch in erster Linie um Staats- oder Unternehmensanleihen, deren Rating nicht gerade erstklassig ist. Sie als Anleger gehen also mit dem Investment in solche Anleihen ein höheres (Emittenten-) Risiko ein, haben aber auf der anderen Seite die Chance auf eine zumindest akzeptable Verzinsung. Eine gute Orientierung, wie groß das Risiko einzuschätzen ist, liefert das Rating der folgenden Agenturen:

  • Moody’s
  • Standard & Poors
  • Fitch

Rendite: Je nach Bonität & Rating zwischen 3 bis 8 Prozent

 

Sachwertanlagen: Größere Auswahl, als Sie vielleicht denken

Sachwertanlagen sind DIE Alternative zu niedrig verzinslichen Geldanlagen, die aktuell am häufigsten empfohlen werden. Das gilt insbesondere für Immobilien und Edelmetalle als Sachwerte. Darüber hinaus stehen Anlegern aber auch etwas außergewöhnlichere Sachwert-Investments zur Auswahl, wie zum Beispiel in Diamanten, Schmuck, Kunst oder Oldtimer.

Alle Sachwertanlagen haben gemeinsam, dass der Anleger von Inflationsschutz und einer Anlage profitiert, hinter der ein echter Materialwert (Sachwert) steht. Aber auch die Renditen können sich durchaus sehen lassen, wobei sich Investoren unbedingt in der jeweiligen Sparte möglichst gut auskennen sollten.

Rendite: Je nach Sachwert und Anlagezeitraum 3 bis 10 Prozent

 

Crowdfunding & Crowdinvesting: Kapital auf Projekte verteilen

Die letzte Geldanlage, die wir Ihnen vorstellen möchten, die sich auch in der Niedrigzinsphase lohnt, ist das Crowdfunding bzw. Crowdinvesting. Sie haben über die jeweilige Plattform die Option, schon ab recht geringen Anlagesummen von beispielsweise 200 Euro in einzelne Projekte zu investieren, indem Sie dem Initiator einen Kredit geben.

So können Sie Ihr Kapital auch bestens diversifizieren, was zum Beispiel bei einer Anlage in geschlossene Fonds oder bei Beteiligungen einen erheblich größeren Kapitaleinsatz erfordern würde. Crowdfunding & Crowdinvesting sind daher auch ideal für Kleinanleger, die nach einer renditestarken Alternative in der Niedrigzinsphase suchen.

Rendite: Je nach Bonität des Kreditsuchenden durchschnittlich 2 bis 12 Prozent