Die heutige Verhandlung zwischen der IG Metall Bremen, dem Betriebsrat auf der einen Seite und der Geschäftsführung der GESTRA AG sowie der Vertreterin des britischen Spirax-Konzerns auf der anderen Seite, sind vorerst ohne Ergebnis geblieben. Die IG Metall fordert in diesen Verhandlungen einen Sozialtarifvertrag und kämpft zusammen mit dem Betriebsrat und der Belegschaft für ein industrielles Zukunftskonzept mit Investitionen und Beschäftigungssicherung.
Zu fast allen Punkten der Verhandlung gab es zwischen der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite unterschiedliche Auffassungen. IG Metall und Betriebsrat bezweifeln grundsätzlich die Notwendigkeit der von dem Konzern geforderten Verlagerung der Zerspannung. Erste Analysen des vom Betriebsrat beauftragten Wirtschaftsberaters belegen, dass GESTRA wirtschaftlich hervorragend dasteht. Vor allem seine vollständige Wertschöpfungskette, welche ein Alleinstellungsmerkmal im Spirax-Konzern darstellt, ist seit Jahrzehnten Garant für hohe Qualität und Wettbewerbsfähigkeit. 50% des Absatzes tätigt Gestra aktuell auf dem deutschen Markt. Die Verlagerung der Zerspannung, der damit verbundene Arbeitsplatzabbau von einem Viertel der Belegschaft, die Aussage des Konzerns, keine Investitionen in Bremen zu tätigen und sich weitere Verlagerungen vorzubehalten, belasten die Verhandlungen schwer.
Die Bestätigung, dass die Arbeitgeberseite bereits Vorkehrungen zur Verlagerung von Produkten und Anlagen nach England, Frankreich und Indien trifft, verschärfte den Ton in den Verhandlungen. Die Aufforderung der Arbeitnehmerseite, diese Vorbereitungen zu unterlassen, um die gesetzlich vorgegebene Ergebnisoffenheit in den Verhandlungen zu gewährleisten, lehnte die Arbeitgeberseite eindeutig ab.
Aus diesem Grund braucht es jetzt ein eindeutiges Zeichen an den Konzern.
Die IG Metall Bremen ruft am Donnerstag, den 26. Juni alle Beschäftigten und Auszubildenden zum Warnstreik auf.
„Mit der Belegschaft arbeiten wir derzeit an der Konkretisierung eines alternativen industriellen Konzepts. Ziel ist, den Bremer Standort in Findorff erfolgreich weiterzuführen. In den Verhandlungen dürfte dies zu einem grundsätzlichen Konflikt führen“, so Susanne Wichert, Verhandlungsführerin der IG Metall Bremen.
„Eine Zerschlagung des Betriebes kann die Belegschaft unter diesen Bedingungen nicht akzeptieren. Die Beschäftigten leisten täglich hervorragende Arbeit und erwarten zu Recht Respekt, Anerkennung und Perspektiven. Doch das alles interessiert den Konzern bisher recht wenig. Das muss sich ändern. Daher gehen wir jetzt in den ersten Warnstreik und senden damit ein klares Signal an den Konzern“, erklärt Ute Buggeln, Geschäftsführerin der IG Metall Bremen.
Der Warnstreik beginnt am Donnerstag, den 26. Juni 2025.
Beginn: 9:00 Uhr
Ort: Werkstor GESTRA AG, Münchener Straße 77, Bremen-Findorff
Kundgebung: gegen 10.15 Uhr
Die Belegschaft wird zu Beginn in einem Demonstrationszug durch den Stadtteil ziehen und die anliegenden Geschäfte mit Informationen über den bestehenden Konflikt versorgen und um aktive Unterstützung bitten.
Gegen 10:15 Uhr beginnt die Kundgebung vor dem Betrieb.
Pressemeldung von IG Metall Bremen
