Fliesen bohren in Mietwohnungen – was ist erlaubt?

Fliesen bohren in Mietwohnungen - was ist erlaubt?

Fliesen bohren in Mietwohnungen – was ist erlaubt?

In der Mietwohnung ist beim Bohren in gefliesten Bereichen Obacht walten zu lassen. Ein generelles Verbot fürs Erzeugen von Löchern gibt es zwar nicht, allerdings drohen bei Schäden hohe Kosten. Wird eine Sanierung fällig, muss der Verursacher der Verunstaltung dafür aufkommen.

Regale in der Küche und im Badezimmer müssen oftmals per Dübel und Schraube befestigt werden. Der Einsatz der Bohrmaschine lässt sich deshalb kaum vermeiden. In einer Mietwohnung kann dies ein Problem darstellen. Solange die Fliesen nicht beschädigt werden, ist es grundsätzlich zulässig, Löcher in die Fugen dazwischen zu bohren. Es gibt zudem gute Klebelösungen, die riskantes Bohren ersetzen können.

 

Fliesen bohren – Das ist erlaubt

Das Bohren von Dübellöchern in Fliesen und Fugen ist im Allgemeinen auch ohne die Zustimmung des Vermieters erlaubt. Voraussetzung ist, dass ein gewisses Maß eingehalten wird. In erster Linie gilt, die Löcher in die Fugen zu setzen, um Fliesen in Badezimmer und Küche nicht zu beschädigen. Übersteigt die Größe des Dübellochs die Ausmaße der Fuge, ist das Anbohren von Fliesen erforderlich. Verboten ist das nicht, sofern es sich um leichte Eingriffe handelt. Mieter haben das Recht, die Wohnung nach ihren Bedürfnissen zu gestalten. Wenn Sie die Fliesen fachgerecht anbohren, handeln Sie im gesetzlichen Rahmen. Ein Anruf beim Vermieter hilft im Zweifel weiter.

 

Was sollte man beim Bohren von Fließen beachten – Wie kann man in Fliesen bohren?

Beim Fliesen bohren sind Geschick und das richtige Werkzeug gefragt. Die Technik ist entscheidend, um Risse zu vermeiden und ein solides Ergebnis zu erzielen. Betätigen Sie den Knopf an der Bohrmaschine nur sanft, damit Sie vorsichtig mit einer geringen Drehzahl bohren können. Üben Sie beim Bohren nur geringen Druck aus und setzen Sie das Gerät stets im rechten Winkel an. Für fachgerecht gebohrte Löcher sind die Ritzhärte und das Material der Fliesen ausschlaggebend. Damit Ihr Vorhaben gelingt, ist ein Fliesenbohrer mit geeigneter Bohrkrone einzusetzen. Konventionelle Maschinen stößen wegen der Härte des Fliesenmaterials häufig an ihre Grenzen.

Es ist sinnvoll, eine oder mehrere Ersatzfliesen in der Mietwohnung zu haben, da das Material beim Bohren reißen kann. Durch einen großzügigen Einsatz mit Klebeband um die Bohrstelle lässt sich das Risiko für ein Splittern der Fliesen reduzieren. Außerdem rutscht der Bohrer auf derartig präparierten Flächen nicht so leicht ab. Schalten Sie vor dem Bohren die Schlag- oder Hammerfunktion der Maschine aus. Die sonst entstehenden Erschütterungen beschädigen die Fliesen nur unnötig. Schadhafte Stellen lassen sich durch einen Fliesenaufkleber verdecken. Ein Austausch gesprungener Fliesen ist in feuchten Räumen wie Badezimmern zu empfehlen, da Feuchtigkeit in die Wände geraten kann.

 

Welcher Bohrer für Fliesen?

Um die Fliesen in der Mietwohnung präzise und schnell zu bohren, sollte nur ein dafür geeignetes Gerät zum Einsatz kommen. Welche Maschine für die Arbeit passt, gibt die Ritzhärte der Fliesen vor. Während niedrige Werte für weiche keramische Glasuren stehen, zeugen höhere Zahlen von härterem Material. Fliesen- und Glasbohrer arbeiten in der Regel effizient bis zu einer Ritzhärte von 3.

Für Feinsteinzeug und moderne Natursteinfliesen sind Diamantbohrer besser geeinet. Eine Ritzhärte von 8 stellt für die kraftvollen Helferlein kein Problem dar. Fliesen- und Glasbohrer sollten Sie nur zum Erzeugen von Löchern in den Fliesen verwenden. Für dahinterliegende Wände ist ein Wechsel zum normalen Steinbohrer angebracht. Wenn Sie mit den speziellen Bohrern im Mauerwerk rumhantieren, nutzen sich die Geräte durch den unsachgemäßen Gebrauch im Nu ab und werden stumpf.

 

Kann man in Fugen bohren?

In einer Mietwohnung sollten Sie grundsätzlich bei gefliesten Bereichen in die Fugen bohren. Hier besteht nicht die Gefahr, dass die Fliesen platzen. Außerdem lassen sich Fugen mit passender Masse wieder unsichtbar verschließen. In den Fugen können Sie nur kleine Dübel unterbringen. Die Bohrlöcher sollten lediglich geringe Ausmaße aufweisen, um die Fliesenunbeschadet davonkommen zu lassen. Bei Bohrungen im Fugenkreuz existiert das Risiko, gleich vier Fliesen in Mitleidenschaft zu ziehen. Lassen Sie deshalb bei der Arbeit an der Wandverkleidung äußerste Vorsicht walten.

 

Welchen Bohrer für Steinzeugfliesen?

Ist die Mietwohnung mit Steinzeugfliesen ausgestattet, sollte besonderes Werkzeug eingesetzt werden. Das Trockenbohren von Steinzeugfliesen können Sie mit speziellen Diamantfräsen durchführen. Solche Maschinen nehmen es mit hohen Ritzhärten auf und leisten bis zu 10.000 Umdrehungen pro Minute. Für das Nassbohren von Fliesen aus Feinsteinzeug können Sie Standvorrichtungen mit Saugnäpfen verwenden. Bohrkronen lassen sich mit einer Wasserfüllung kühlen oder besitzen eingebautes Wachs zur Kühlung. Wassergekühlte Diamantbohrer, die über einen kleinen Tank verfügen, erweisen sich als optimale Tools. Steinzeugfliesen lassen sich damit einfach und in Kürze durchbohren.

 

Wie sieht ein Steinbohrer aus?

Naturstein, Granit, Marmor, Feinsteinzeug lassen sich mit Steinbohrern bearbeiten. Sie haben einen hohen Härtegrad, um den enormen Belastungen gewachsen zu sein. Löcher in Steine oder in gesteinsähnliches Material zu bohren, ist damit kein kompliziertes Unterfangen. Steinbohrer bestehen aus besonders robusten Materialien wie Stahl und weisen häufig sehr harte Legierungen auf. Sie haben eine kegelförmige, meist kupferverlötete Spitze mit zwei Schneiden. Die angelötete, keilförmige Platte aus Hartmetall kann auch stumpfe Schneiden besitzen. Da beim Gebrauch eines Steinbohrers kein Zerspanen des Werkstücks erzielt werden soll, ist dies so gewollt.