Nachhaltige Geldanlage – so umweltbewusst und rentabel sind die grünen Investments

Nachhaltige Geldanlage

Nachhaltige Geldanlage – so umweltbewusst und rentabel sind die grünen Investments

Der aktuelle Trend zur Nachhaltigkeit macht auch vor Aktien & Co keinen Halt. Immer mehr Menschen möchten in eine nachhaltige Geldanlage investieren und damit ihren kleinen Teil für Umwelt und Klima leisten. Doch wie sieht die aktuelle Lage auf dem Markt aus? Welches grüne Investment verdient diesen Namen auch wirklich? Und welche Kriterien müssen Ökofonds erfüllen, um auch wirklich Öko zu sein?

 

Was bedeutet Nachhaltigkeit bei einem Investment?

Mit gutem Gewissen Aktien kaufen – so lautet das inoffizielle Motto der nachhaltigen Geldanlagen. Erst wenige Prozent des investierten Vermögens weltweit können als solche bezeichnet werden, doch spätestens seit Fridays for Future entstehen immer mehr Anlagemöglichkeiten dieser Art.

Die eigenen Aktienfonds werden dabei breit über mehrere Branchen gestreut, enthalten aber nur Anteile von Unternehmen, die verantwortungsbewusst und nachhaltig arbeiten. Dazu zählen nicht nur Betriebe wie Solarparks, sondern alle Firmen mit Blick auf die Umwelt. Biologischer und schonender Anbaut der Rohstoffe, recycelte Verpackungsmaterialien und Fabriken, die zu 100 % mit Ökostrom betrieben werden, sind hierbei unter anderem zu nennen.

Die Spannweite reicht von der Kosmetikindustrie über die Textilbranche bis hin zu Herstellern von Elektronik. Als nicht akzeptabel gelten hingegen Investments in Industrien wie Waffenhandel, Glücksspiel, Tabak, Pornografie und weitere umstrittene Branchen. Eine nachhaltige Geldanlage umfasst also weit mehr als nur die Umwelt an sich. Sie soll eine positive Veränderung in vielen Lebensbereichen fördern.

 

Nachhaltige Geldanlage: Die ESG-Kriterien im Detail

ESG steht für Environmental, Social und Governance. Zu Deutsch: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Nach diesen drei Kriterien schaffen es Unternehmen in Ökofonds aufgenommen zu werden. Der Punkt Environmental befasst sich mit der Gewinnung und dem Umgang mit Rohstoffen, der Nutzung von erneuerbarer Energie, niedrigen CO2-Emissionen sowie dem Verzicht auf Tierversuche.

Beim Faktor Social dreht sich alles um fairer Arbeitsbedingungen, gerechten Lohn, Unterstützung von Frauen und Minderheiten, die Gewerkschaftsfreiheit und Möglichkeiten für die Arbeiter, sich weiterzubilden. Auch das faire Bezahlen von Zulieferern und Partnern fließt in diesen Punkt ein. Das dritte Kriterium, Governance, blickt auf die Führung des Unternehmens. Sind die Löhne des Vorstands transparent und in einem gerechten Rahmen? Mit wem ist der Aufsichtsrat besetzt? Sind die gesetzten Ziele tatsächlich nachhaltig und langfristig erreichbar?

Nachhaltige Investments stecken noch in den Kinderschuhen. Das ist vor allem daran ersichtlich, dass ESG als Konzept noch keine fix festgelegten Regeln hat. Auf EU-Ebene wird allerdings aktuell an einheitlichen Richtlinien gearbeitet. Damit könnte es schon bald mehr Klarheit und Sicherheit für Ihr geplantes Investment geben.

 

Worauf gilt es bei Ökofonds zu achten?

Bevor genaue Richtlinien in Kraft treten, liegt es an Ihnen, sich genau über die vorhandenen Ökofonds zu informieren. Nicht alle Investmentfonds mit Ökoanspruch setzen bei der Auswahl der Unternehmen auf die gleichen Faktoren. So lassen manche Ökofonds etwa Aktien von Firmen einfließen, welche zu den besten ihrer Branche gehören, auch wenn gängige Nachhaltigkeitsziele noch nicht erreicht wurden.

Ein gutes Beispiel dafür sind Textilunternehmen in wirtschaftlich benachteiligten Ländern, die im Gegensatz zur Konkurrenz komplett auf Kinderarbeit verzichten. Hat allerdings rein das Klima für Sie Priorität, würden sich diese Fonds weniger eignen. Fonds mit sehr strengen Kriterien haben wiederum häufig fast nur Aktien einer oder weniger Branchen, was sie anfälliger für Schwankungen und Verluste macht. Gute Fonds legen Ihre Kriterien umfangreich offen, sodass genaue Überlegungen vor dem Investment möglich sind.

 

Fazit zur Nachhaltigen Geldanlage

Eine nachhaltige Geldanlage ist ein feiner Balanceakt zwischen der Auswahl an verantwortungsbewussten Unternehmen und der Rentabilität eben dieser. Liest man vor dem Investment gründlich das Kleingedruckt und ist damit einverstanden, bei manchen Kriterien leichte Abstriche in Sachen Strenge zu machen, kann Nachhaltigkeit mit grünen Aktien ein voller Erfolg sein – für die Umwelt, die Menschenrechte und die eigenen Finanzen.