Was ist der Bodenrichtwert?

Was ist der Bodenrichtwert?

Was ist der Bodenrichtwert?

Unbebaute Grundstücke (Böden) haben einen Wert. Der Wert pro Quadratmeter dieser Flächen wird ermittelt, um den Wert eines Grundstücks zu bestimmen. Angegeben wird dieser als Bodenrichtwert, er ist also ein Mittelwert und nicht der exakte Preis eines einzelnen Grundstücks. Erfasst werden die Bodenrichtwerte durch die Gutachter für Grundstückswerte, die einem Ausschuss angehören, um mehr Transparenz und Sicherheit der ermittelten Angaben zu gewährleisten.

Warum haben Böden überhaupt einen Wert?

Tatsächlich ist nicht jeder Boden in einer Gemeinde als Bauland zugelassen. Beispielsweise werden öffentliche Parkflächen nicht mit einbezogen, wenn es um die Ermittlung eines Grundstückswertes geht. Ausnahme bildet hier die Umwandlung einer Parkanlage in Bauland, sofern der vorhandene Boden dafür geeignet ist. In dem Fall wird die Nutzung abgeändert und so erhält auch ein öffentlicher Boden einen Verkehrswert.

Interesse an dem Bodenrichtwert in Oldenburg und anderen Städten hat auch der Staat. Denn die Böden werden anhand ihres Bodenrichtwerts besteuert. Die Steuern fließen zunächst in die Staatskasse, ehe ein Anteil an die Länder zurückgeführt wird. Grund und Boden sind teures Gut. Wer eine Immobilie errichten möchte oder seinen Grund verkaufen muss, muss wissen, wie viel es wert ist. Als Orientierung dient der Bodenrichtwert in Osnabrück vielen weiteren Gemeinden des Bundes. Allein der Bodenrichtwert ist aber definitiv unzureichend, um einen genauen Preis für ein Stück Boden zu benennen.

Bodenrichtwert als Teil der Wertermittlung

Böden auf dem Staatsgebiet unterliegen unterschiedlichen Werten. Es gibt fruchtbare Baugrundstücke, die leicht zu bebauen sind und in einer sehr guten Lage hohe Erträge abwerfen. Es gibt mittlere Bauböden, die beispielsweise aufgrund ihrer Lage und Witterungseinflüssen Risiken beinhalten. Und dann gibt es solche, die als minderwertig erachtet werden, weil sie nur schwer zu bebauen sind. Etwa, weil sie sich auf einer Insel befinden und überwiegend aus Stein bestehen.

Einerseits ist die idyllische Lage durchaus hervorzuheben und garantiert ein gewisses Alleinstellungsmerkmal, zu beachten ist aber auch die Erreichbarkeit eines Bodens. Wer will schon auf einer kleinen Insel eine Immobilie errichten, die teilweise im Jahr aufgrund der Witterungsverhältnisse unerreichbar ist? Es gibt viele Faktoren bei der Bewertung eines Grundstücks zu berücksichtigen und die beinhalten nicht ausschließlich den Bodenrichtwert in Oldenburg oder einer anderen Gemeinde.

Bodenrichtwert für steuerliche Erhebungen relevant

Immobilien dienen als Anlagewert für Investoren. Wer ein Haus kauft, den interessiert nicht nur der Wert einer Immobilie, sondern auch der Boden, auf der sie errichtet wurde. Beim Kauf einer Immobilie sind immer beide Werte voneinander zu trennen. Wohn- und Geschäftsgebäude werden genutzt. Während der Nutzungszeit kommt es zu Verschleißerscheinungen oder auch Abnutzungserscheinungen. Dadurch wird der Wert einer Immobilie gemindert. Das ist auch dem Staat bewusst, weshalb dieser den Eigentümern einen steuerlichen Vorteil einräumt. So führt die Wertminderung einer einzelnen Immobilie zu einer Verringerung der zu entrichtenden Steuer für die Immobilie.

Das Steuerrecht sieht vor, dass ein Grundstück sich nicht abnutzen lässt. Begründet wird das auch damit, dass ein Boden sich auffüllen lässt, wenn dieser beispielsweise durch den Einsturz eines Hauses beschädigt wird. Oder wenn Unwetter das Grundstück zerstören. Unbedacht bleibt dabei der Einzelfall eines Grundstücks, denn beschädigte Grundstücke verlieren an Marktwert. Trotzdem sind Eigentümer nicht berechtigt, eine Wertminderung für ein beschädigtes Grundstück in Steuer geltend zu machen.

Aktuellen Bodenrichtwert ermitteln

Den Ländern ist die Ermittlung des Bodenrichtwerts selbst überlassen. Die meisten Bundesländer führen die Erhebung alle zwei Jahre durch, dabei gilt das Kalenderjahr vom 01. Januar bis zum 31. Dezember als Zeitgrundlage. Grundstückseigentümer sollten deshalb regelmäßig den Bodenrichtwert in den Registern kontrollieren, um aktuelle Daten zu erhalten.